Friedhelm Junghans (SPD) will Bürgermeister der Gemeinde Meißner bleiben

Meißner. „Positive Themen für seinen Wahlkampf sind in der Gemeinde Meißner momentan sehr rar“, sagt Friedhelm Junghans, der dennoch für weitere sechs Jahre Bürgermeister werden möchte. Er ist der einzige Kandidat, der sich in Meißner zur Wahl stellt.

Weil Meißner als Schutzschirm-Kommune unter Beobachtung steht, könne man manche Wünsche aus der Bevölkerung nicht bedienen. „Das ist nicht so einfach zu vermitteln“, erklärt Junghans. „Deswegen wird die dritte Amtsperiode auch meine schwierigste.“ Hauptziel sei es, bis 2017 den Haushalt auszugleichen. Dem sei alles andere unterzuordnen. Wenn das nicht gelinge, sei die Selbstständigkeit der Gemeinde gefährdet. Erschwerend hinzu komme, dass immer mehr Einwohner aus Hessen wegziehen. Da viele Einnahmen einwohnerabhängig seien, bedeute das für die Gemeinde vor allem eines: Noch weniger Geld. Wildpark erhalten Trotz Sparkurs: Den Bergwildpark als wichtigste touristische Einrichtung wolle er erhalten, erklärt Junghans. Um das zu gewährleisten, solle der Park auch von anderen öffentlichen Trägern finanziert werden. „Wir als Gemeinde sind da auf Dauer überfordert“, sagt er. Das bedeute aber nicht, dass der Wildpark-Förderverein abgeschafft werden soll. Das Niveau von 40 000 Besuchern, das im vergangenen Jahr nicht erreicht wurde, soll im diesem Jahr wieder geschafft werden. Ein weiteres wichtiges Projekt sei die Einrichtung einer Art Wohngemeinschaft in Germerode, in der sich Senioren gegenseitig beim altersgerechten Wohnen unterstützen. Bei der Feuerwehr müssten zudem die Fahrzeuge erneuert und das Gerätehaus in Vockerode umgebaut werden. Ein weiterer Punkt im Wahlprogramm ist, das Problem der Hangrutschung am Meißner zu lösen, sodass dort wieder Gastronomie entstehen kann. „Die dritte Amtsperiode wird meine schwierigste.“ fRIEDHLEM jUNGHANS In der Gemeinde Meißner gibt es 3103 Einwohner, davon sind 2615 wahlberechtigt. 214 Personen haben nach Auskunft der Gemeinde bereits Briefwahl beantragt, gerechnet wird mit 250. Junghans hofft auf 60 Prozent Wahlbeteiligung. Zudem spekuliert er darauf, dass bei der Europawahl, die am selben Tag stattfindet wie die Bürgermeisterwahl in Meißner, mehr Menschen teilnehmen, als sonst bei einer Europawahl üblich. „Viele Menschen bringen Europa in Verbindung mit einem riesigen Parlament in Brüssel, in dem unwichtige Entscheidungen getroffen werden“ – eine Vorschrift zur Krümmung von Bananen und das Verbot von Glühbirnen etwa. Es gehe aber um mehr, nämlich um die Europäische Gemeinschaft, die nötig sei, um wirtschaftlich stark zu sein.

Von Marc Hörcher

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