Dreschschuppen wird umfunktioniert

In Germerode soll ein Kino nur für den Mohn entstehen

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Lässt sich am besten morgens ansehen: der Schlafmohn in Germerode. Wird es zu heiß, fallen die Blüten ab oder schließen sich, bis die Temperaturen wieder fallen. Archivfoto: Naturpark Meißner-Kaufunger Wald

Germerode. Still ist es in dem Schuppen, der nur spärlich beleuchtet ist. Plötzlich ist ein Geräusch zu vernehmen: Erst leise, dann immer lauter nähert sich eine Hummel, umkreist die Köpfe der Besucher.

Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald, hat bereits konkrete Vorstellungen davon, wie man die neuste Idee rund um die Mohnblüte in Germerode einleiten kann: „Wir planen ein Mohnkino. Vor dem Film oder den Bildern, die sich natürlich um den Mohn drehen, könnte man die Hummeln summen lassen.“ Eigentlich wollte man das schon in diesem Jahr umsetzen, aufgrund der technischen Anforderungen, die noch nicht umgesetzt werden konnten, wird der Beginn wohl in das nächste Jahr verschoben. „Mit einem Schriftzug wollen wir aber schon dieses Jahr darauf aufmerksam machen.“ 

Angebracht werden soll der dort, wo später auch einmal alles über die so beliebte Pflanze zu sehen und zu hören sein wird: im Dreschschuppen, der an Germerodes Ortseingang aus Richtung Vockerode steht und der die Besucher schon jetzt mit einem Schriftzug im Mohndorf willkommen heißt.

Die Anfänge 

Dass sich Lenarduzzi zusammen mit den Naturpark-Mitarbeitern und der Gemeinde Meißner überhaupt Gedanken um das Mohnkino machen kann, hat er auch Björn Sippel zu verdanken: Als der Geschäftsführer des Naturparks vor nunmehr sieben Jahren mit der Idee von Mohnfeldern von einer Fachmesse zurückkam, zögerte der Landwirt und Koch Sippel nicht lange und stellte einen Teil seiner landwirtschaftlichen Fläche zur Verfügung. „Das war schon ein Risiko, was sich zum Glück ausgezahlt hat“, sagt Sippel. Auf einem Hektar hat er 2009 die ersten drei Kilo Mohnsamen ausgestreut, erwartungsvoll, ob das was werden würde – was es tat. „Schon damals kamen ziemlich viele Besucher, weshalb wir das Projekt im Folgejahr fortgesetzt haben.“

Die Gegenwart 

Mittlerweile sind aus dem einen Hektar fünfzehn geworden, die jährlich von Sippel bestellt werden. In einem Dreijahresturnus werden auf den einzelnen Feldern Mohnsamen ausgesät, die ab Ende Juni für gut drei Wochen zu einem rosa Blütenmeer werden. Durch das führen Pfade, die man sowohl zu Fuß als auch mit einem der fünf Planwagen erkunden kann. „Schon jetzt haben wir 70 Busse, die sich angemeldet haben“, sagt Naturpark-Mitarbeiterin Anja Laun, „wir sind so gut wie ausgebucht.“ 

Selbst auf dem Wohnmobil-Stellplatz werde es schon an manchen Tagen eng. Denn neben dem Mohn, der in verschiedenen Produkten wie Brot, Öl, Nudeln, Honig, Seife und Bratwurst verarbeitet und zum Beispiel in der Mohntenne verkauft wird, spielt auch Getreide eine große Rolle bei den Besuchern: Diese Felder grenzen an die mit dem Mohn an und sind in den gut drei Kilometer langen Rundweg integriert. „Und Tiere wie Enten und Puten aus der Region sind auch zu sehen“, erzählt Marco Lenarduzzi.

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