Bergwildpark Meißner: Greifvögel werden zu teuer

Letzte Vorführungen: Noch bis zum 31. Oktober finden die spektakulären Flugschauen im Bergwildpark statt. Danach ist für Falkner Peter Bongartz Schluss in Germerode. Foto: Greim

Germerode. Der Bergwildpark Meißner wird ab kommendem Jahr um eine Attraktion ärmer sein. Die Falknerei, seit fünf Jahren fester Bestandteil des Tierparks, wird nächstes Jahr keine Flugvorführungen mehr anbieten. Der Grund: Die Besucherzahlen sinken, und die Gemeinde muss die Kosten für die Falknerei in Höhe von 45 000 Euro einsparen. Der Gemeindevorstand hat deshalb beschlossen, den Ende des Jahres auslaufenden Vertrag mit den Falknern Brigitte Bökenkamp und Bernd Bongartz nicht zu verlängern.

„Es fehlen junge Familien mit Kindern.“

Bürgermeister Friedhelm Junghans

Die Vereinbaung mit den Greifvogel-Experten wurde 2008 geschlossen und war von vornherein zunächst auf nur fünf Jahre ausgelegt. „Wir haben uns durch diese Aktion einen Anstieg der Besucherzahlen versprochen“, sagt Bürgermeister Friedhelm Junghans als Vorsitzender des Gemeindevorstands. Der Wunsch von 50 000 Besuchern pro Jahr ist nicht eingetreten. Statt eines Anstiegs sind Zahlen gefallen. Vor fünf Jahren kamen durchschnittlich 44 000 zahlende Gäste nach Germerode. Mittlerweile liegt der Schnitt bei 38 000 Besuchern. Tendenz fallend. „In diesem Jahr werden wir bis zum Ende der Saison maximal 35 000 Besucher zählen“, sagt Junghans. Anfang des Jahres wurden die Eintrittspreise erhöht. Das schlechte Wetter im Frühjahr habe den Schnitt gesenkt. Außerdem, so Junghans, mache sich der demographische Wandel im Bergwildpark besonders bemerkbar. „Es fehlen junge Familien mit Kindern.“ 40 000 Besucher sind notwendig, damit die Kommune das Wildpark-Jahr mit einer schwarzen Null beendet.

Dass der Vertrag mit der Falknerei nicht verlängert wird, ist hauptsächlich eine Folge des Schutzschirm-Vertrags, den die Gemeinde Meißner im vergangenen Jahr unterzeichnet hat. Freiwillige Leistungen sind demnach auf den Prüfstand zu stellen. Der Besucherrückgang in diesem Jahr bedeutet für die Gemeinde einen Verlust von 30 000 bis 40 000 Euro. „Es ist schwer zu erklären, dass wir für den Bergwildpark die Steuern erhöhen“, sagt Junghans. Falkner Bongartz bedauert, mit seinen Tieren aus dem Wildpark abziehen zu müssen.

Die Gemeinde plant, für die Falknerei einen günstigeren Ersatz zu organisieren. Andere Tiere sollen in den Park Einzug halten, die im besten Fall auch die Gebäude der Falknerei nutzen können.

Von Tobias Stück

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