Alberode besticht durch gepflegtes Erscheinen – Manko: langsame Internetverbindung

Grillhütte als Treffpunkt

Ist der Treffpunkt des Dorfes: die Grillhütte. Gemietet werden kann die für Feiern, direkt nebenan befindet sich eine Wiese mit Fußballtoren und das Dorfgemeinschaftshaus, das früher die Schule war. Foto: Wüstefeld

Zum Werra-Meißner-Kreis gehören 16 Städte und Gemeinden. Damit auch die kleinsten Ortsteile aller Kommunen einmal groß rauskommen, stellen wir diese vor. Hier ist das Porträt von Alberode, dem kleinsten Ortsteil der Gemeinde Meißner.

Alberode. Keine Schule, kein Lädchen, kein Bäcker: In Alberode herrscht gähnende Leere, sucht man nach solchen Angeboten. Und trotzdem scheint der kleinste Ort der Gemeinde Meißner beliebt: Nur ein einziges Haus steht leer, von den 138 Einwohnern gibt es viele Zugezogene und mit mehr als 20 Kindern genügend Nachwuchs.

„Es ist einfach schön hier“, sagt der ehemalige Ortsvorsteher Dietmar Just und lacht. Seine subjektive Einschätzung kann er auch durch Fakten belegen: Die Kanal- und Wasserleitungen sind alle saniert, die Straßen sind in einem guten Zustand, im Ort herrsche kein Durchgangsverkehr und es gebe eine Busanbindung. Zudem wurde das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) durch das Dorferneuerungsprogramm vor gut zehn Jahren grundlegend erneuert. „Das ist ein wichtiger Faktor, weil sich dort auch das Leben abspielt“, sagt Just. Denn im selben Gebäude ist die Feuerwehr untergebracht, die Grillhütte steht gleich nebenan.

„Die ist jeden Freitagabend unser Treffpunkt“, sagt Just und freut sich schon auf heute Abend. Einst war die gar nicht vorhanden, an deren Stelle stand nur ein Grill. Nach und nach kam dann immer mehr dazu: Erst kam eine Überdachung, dann die Hütte und, ebenfalls durch das Dorferneuerungsprogramm, wurde sie richtig ausgestattet. Mittlerweile gibt es dort eine Bierzapfanlage und Geschirr, der Raum mit einer angrenzenden Wiese wird oft für Feiern gebucht.

„Wir haben das gemacht, weil es auch keine Gaststätte mehr gibt“, sagt Dietmars Sohn Roland Just, der seit zehn Jahren amtierender Ortsvorsteher ist. An die erinnert sich sein Vater noch gut: „Die war im ganzen Kreis bekannt, weil es dort einfach so gemütlich war - und das Schlachteessen auch geschmeckt hat“, erzählt er. Nach dem Tod des Betreibers, der seine Gaststätte aus Leidenschaft und nicht aus wirtschaftlichen Gründen betrieb, musste die aber schließen - die Lösung mit der Grillhütte wurde gefunden.

Für den Ort setzen sich vor allem der Heimatverein und die Freiwillige Feuerwehr ein. Trotz der geringen Einwohnerzahl gibt es noch immer eine Einsatztruppe, der Heimatverein zählt fast 50 Mitglieder. „Wir haben zum Beispiel den Kinderspielplatz eingezäunt und gestrichen oder sorgen für die Bepflanzung im Dorf“, sagt der Senior der beiden Justs, der dort Mitglied ist.

Trotz allen Einsatzes gibt es aber auch Negatives im Dorf: Der Sandweg, der der Gemeinde gehört, soll schon seit Jahren saniert werden, zudem lässt die Internetverbindung zu wünschen übrig: „Vor 20 Jahren waren wir noch die Könige“, erinnert sich Roland Just, „weil wir 2000 DSL hatten.“ Seitdem habe sich nur nichts mehr getan, vor allem für Gewerbetreibende wie den Gartenbaubetrieb Dietrich oder eine ansässige Personalvermittlungsagentur sei das schwierig.

Von Constanze Wüstefeld

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