Grube Gustav bei Abterode feiert am 28. August ihr 30-jähriges Bestehen

Dunkel und feucht: Die Grube Gustav bei Abterode zeigt eindrucksvoll, wie das Leben der Stollenarbeiter ausgesehen haben muss. Das kleine Bild zeigt eine Hinweistafel mit einer Lore im Vordergrund, die auf das Bergwerk aufmerksam macht. Fotos:  Kiele/Wüstefeld

Abterode. Einen Einblick in das Leben von Stollenarbeitern und die Arbeitsweise in einer Grube gibt das Bersucherbergwerk Grube Gustav. Das feiert am 28. August sein 30-jähriges Bestehen.

Schon auf dem Weg vom Parkplatz zum Stolleneingang wird die Luft merklich kühler. Ein Schauer läuft einem über den Rücken, von der wärmenden Sonne ist plötzlich nichts mehr zu spüren.

Das liegt an der Grube Gustav bei Abterode: Die gewährt Einblicke in die Zeit des Bergbaus, den es in unserer Region einst gegeben hat. Drinnen klettert das Thermometer nie über zehn Grad. Erleben können die Besucher das täglich während der Führungen, im Speziellen auch am Sonntag, 28. August: Dann nämlich feiert die Grube ihr 30-jähriges Bestehen als Besucherbergwerk, los geht es um 10 Uhr.

Der Ursprung der Idee, den Menschen aus dem Werra-Meißner-Kreis die Geschichte des Bergbaus und der Bedeutung für die Region durch eine begehbare Grube näher zu bringen, liegt bei dem Bergbauingenieur Harry Träger aus Frankershausen, mittlerweile weit über 80 Jahre alt. Schon allein seines Berufes wegen kennt er sich aus mit den Gegebenheiten unter Tage, hat selbst zudem noch erlebt, wie in der Grube Schwerspat abgebaut wurde. Denn eingestellt wurde der Abbau erst 1968 - über 500 Jahre, nachdem man die Grube überhaupt erschlossen hatte.

Angefangen hatte im 16. Jahrhundert alles mit dem Abbau von Kupferschiefer. Weil die Wege eng und niedrig waren, musste der im Liegen mit Schlägeln bearbeitet werden - eine qualvolle und mühselige Arbeit, die heute durch im Stollen liegende Figuren nachempfunden werden kann - ebenso wie das Gefühl von Dunkelheit, das die meist jungen Bergleute umgab, da sie nur den Schein einer Öllampe um sich hatten. Zur Eröffnung des Besucherbergwerks wurde Strom verlegt, der dafür sorgt, dass Lampen angebracht werden konnten, die den Gästen den Weg zeigen.

Die erfahren während einer geführten Tour auch, dass mit dem Abbau vom Kupferschiefer um 1850 Schluss war: Das Vorkommen war erschöpft. Stattdessen wurde knapp 50 Jahre später mit dem Abbau von Schwerspat begonnen, erst über, später unter Tage.

Gut 360 Meter geht es in den Berg hinein, besichtigt werden kann nur einer der fünf Stollen: Drei stehen komplett unter Wasser, der vierte je nach Regenfällen auch.

• Die regulären Eintrittspreise und Öffnungszeiten: Der Eintritt für Erwachsene kostet sechs Euro, Kinder zahlen zwei weniger. Findet sich eine Gruppe ab 15 Personen, reduziert sich der Eintrittspreis um jeweils 50 Cent. Eine Führung dauert jeweils eine Stunde, die Öffnungszeiten sind täglich - außer montags - vom 15. März bis zum 31. Oktober von 13 bis 16 Uhr. Kontakt: 0 56 57/7500 oder 0 56 57/5 37 19 94. Am Tag der offenen Tür (siehe Hintergrund) gelten andere Bedingungen.

www.grube-gustav.de

Das Programm am 28. August 

Beginn der Geburtstagsveranstaltung am Sonntag, 28. August, ist um 10 Uhr mit einem Gottesdienst unter Mitwirkung von Dekan Dr. Martin Arnold und dem gemischten Chor Vivo Canto aus Weidenhausen. Um 11 Uhr startet ein Festakt für geladene Gäste, von 12 bis 18 Uhr gibt es einen Familientag mit ermäßigtem Eintritt, eine Ausstellung des Museumsverbundes Werra-Meißner sowie ein Besucherquiz zum 30-jährigen Bestehen des Besucherbergwerks. Zudem soll ein Name für das neue Logo gefunden werden. Um 14 Uhr gibt es noch ein Platzkonzert mit der Bergmannskappelle Neuhof.

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