Hans-Dieter Müller verabschiedet sich nach 43 Jahren von politischer Bühne Meißners

Freut sich auf seine Zeit mit der Familie: Hans-Dieter Müller. Nach 43 Jahren politischer Tätigkeit für die Gemeinde Meißner zieht er sich jetzt aus diesem Bereich zurück. Foto:  Wüstefeld

Abterode. 43 Jahre lang hat er sich für seine Gemeinde auf der politischen Ebende eingesetzt: Hans-Dieter Müller aus Abterode. Jetzt ist Schluss für den 75-Jährigen, er will sich künftig stärker seiner Familie widmen.

Eigentlich, sagt Hans-Dieter Müller aus Abterode, sollte schon vor fünf Jahren Schluss sein. Seine Frau hätte sich darüber sehr gefreut, doch der damals 70-Jährige entschied sich anders: „Von Seiten der Gemeinde hat man mich gefragt, ob ich nicht noch bleiben könne.“ Abschlagen konnte er den Wunsch damals nicht, und so verabschiedete er sich erst dieses Jahr von seiner ehrenamtlichen politischen Tätigkeit für seine Heimatgemeinde - nach 43 Jahren, zehn davon als stellvertretender Bürgermeister.

In dieser Zeit hat Müller, der schon in Abterode geboren ist, eine Menge erlebt. So war er schon 1973 dabei, als sich die Gemeinde Meißner in ihrer heutigen Form mit den sieben Ortsteilen gründete. „Damals wurde noch knallhart diskutiert“, erinnert sich der 75-Jährige. Denn wesentlich für die neue Gemeinde war es, die Infrastruktur auszubauen und Schwerpunkte zu bilden: Wo wird der Sitz der Gemeinde, mit welchem Ort wird für den Tourismus geworben? Während sich diese Fragen noch relativ schnell klären ließen - der Gemeindesitz ist nach wie vor in Abterode, Germerode ist auch heute noch das Zugpferd im Tourismus -, gab es einen riesigen Streit beim Abwasser: „Während die CDU und die ÜWG damals eigene Kläranlagen wollten, hat sich meine Partei, die SPD, dafür stark gemacht, dass wir uns Eschwege anschließen“, gibt Müller einen Einblick in die Entscheidungen der damaligen Zeit.

Heute verliefen die Diskussionen viel gemäßigter: „Jedes Jahrzehnt hat so seinen besonderen Reiz“, sagt Müller, für den Zurückhaltung aber nie die Devise war: „Wenn es nicht gerecht zugeht, muss man sich als Kommunalpolitiker wehren.“ Getan hat der Großvater zweier Enkel dass vor allem in folgenden zwei Fällen: So hat er sich immer stark gemacht für eine Lösung am Haus Schwalbenthal, damit das vor den Erdmassen, die sich bewegen und in das Haus drücken, endlich gesichert wird. „Jetzt soll endlich eine Wand gebaut werden“, freut sich Müller, „ich bin schon stolz darauf, dass ich bei diesem Thema nicht losgelassen habe.“

Zum anderen ist der jetzt verabschiedete langjährige Kommunalpolitiker in einem privaten Fall hartnäckig geblieben, als er noch gar nicht ehrenamtlich tätig war: Er wollte sein Haus auf einem Grundstück bauen, das noch nicht als Baugebiet ausgewiesen war, weshalb die Gemeinde dem Bau nicht zustimmen wollte: „Nur stand hier schon ein Wohnhaus, da muss dann gleiches Recht für alle gelten.“ Dieses Erlebnis war dann auch der Anlass dafür, in die Kommunalpolitik einzutreten: „Ich wollte etwas bewegen.“ Das sei ihm gelungen, die Tätigkeit im Gemeindevorstand habe ihn beflügelt. „Ich kann deshalb nur jedem raten, sich einzubringen.“

Müller selbst wird seine neu gewonnene Zeit nun verstärkt mit den Enkeln und in den zahlreichen Vereinen verbringen, in denen er Mitglied ist. „Und ein Ohr wird sicherlich auch noch offen sein für die politischen Geschehnisse“, scherzt seine Frau Rita. Denn auch, wenn sich ihr Mann mental auf seinen Abschied vorbereitet habe: „Auch wenn ich die Arbeit nicht vermissen werde: Ein bisschen Wehmut ist natürlich schon dabei“, gibt Müller zu. Deshalb werde er sich auch in Zukunft bei den Sitzungen der Gemeindevertretung blicken lassen - nach 43 Jahren dann zum ersten Mal als Zuschauer.

Stationen in der Kommunalpolitik 

• 1973 Mitglied der Gemeindevertretung Meißner

• Vorsitzender der Gemeindevertretung von 1978 bis 1981 und von 1983 bis 2000

• Vorsitzender des SPD-Ortsverbandes Meißner von 1978 bis 2003

• 1986 Verleihung des Ehrenbriefes des Landes Hessen

• Stellvertretender Vorsitzender im Vorstand der Regionalgruppe Kassel für Parlamentsvorsteher im hessischen Städte- und Gemeindebund

• 2000 bis April dieses Jahres stellvertretender Bürgermeister er der Gemeinde Meißner

• Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Plakette vom hessischen Innenministerium

• Darüber hinaus jahrelang Mitglied in verschiedenen Versammlungen

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