Hessen gibt nach jahrelangen Streitereien mit Gemeinde nach

Hoher Meißner: Land zahlt für Stabilisierung

Hoher Meißner. Das Land Hessen übernimmt die Kosten zur Stabilisierung der Landesstraße am Osthang des Hohen Meißners. Vorausgegangen waren jahrelange Auseinandersetzungen mit dem Werra-Meißner-Kreis und der Gemeinde Meißner. Wie teuer das Vorhaben wird, ist noch unklar.

„Das ist ein erster Etappensieg“, sagt Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans.

Bauarbeiten ab nächstem Jahr 

Seit 2008 sind die Probleme am Osthang des Hohen Meißners bekannt, erste Ergebnisse von Untersuchungen gab es aber erst 2010. Der vom Regierungspräsidium Kassel beauftragte Gutachter sprach von Gefahr in Verzug und stellte fest, dass der Hang rutscht. Übertragen wurde die Problematik dann an das Land Hessen, das ebenfalls einen Gutachter beauftragte. Der sprach zwar nie von Gefahr in Verzug, stellte aber auch fest, dass der Hang rutscht, von 2013 auf 2014 um fünf Millimeter. Geplant ist nach Angaben von Junghans, dass in diesem Jahr festgelegt wird, wie der Hang stabilisiert werden soll, damit die Arbeiten 2016 beginnen können. (cow)

Wie 2010 festgestellt wurde, rutscht der Osthang des Berges auf einer Breite von 100 Metern. Das hat gravierende Auswirkungen: Zum einen befindet sich am Hang die Landstraße, deren sichere Nutzung nicht mehr gewährleistet werden könne, zum anderen steht dort das Haus Schwalbenthal – eigentlich ein beliebtes Ausflugsziel. Aufgrund dessen, dass der Hang aber rutscht, musste dort 2010 die Küche geschlossen werden: der Berg drückte die zum Hang befindliche Wand ein.

„Seitdem waren der erste Kreisbeigeordnete Rainer Wallmann und ich im Gespräch erst mit dem Regierungspräsidium und später mit dem Land“, sagt Junghans. Weder seine Gemeinde noch der Kreis hätten eine Stabilisierung finanziell stemmen können, und das Land weigerte sich: Vielmehr hatte das noch im Februar versucht, die Kosten auf Dieter Kohl abzuwälzen, dem Schwalbenthal-Besitzer. Auf seinem Grundstück ist die Gefährdung am höchsten. „Wie man die Verantwortung auf das schwächste Glied in der Kette schieben wollte, das nichts für das Problem kann, ist mir ein Rätsel“, sagt Wallmann. Umso mehr freue es ihn, dass man nun eine Einigung erzielt hätte.

In einem Schreiben des Landes heißt es, dass die Kosten übernommen werden, um der drohenden Gefahr für den Straßenverkehr zu begegnen. Wie genau die Stabilisierung aussieht, ist derzeit noch unklar. Geprüft werden sollen die Möglichkeiten von einem Ingenieurbüro.

Von Constanze Wüstefeld

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