Holle-Labyrinth lockt Besucher auf Hohen Meißner

Erstellt aus dem, was die Natur ihnen bietet: Tamara Tschöpe (links) und Susanne Jacob am Eingang des Labyrinths, das sie in der Nähe des Frau-Holle-Teichs auf dem Hohen Meißner gebaut haben. Foto: Demmer

Hoher Meißner. Frau Holle hat ihr Zuhause im Meißnervorland: Mehrere Orte weisen darauf hin. Einer davon ist ein Labyrinth: Das haben Tamara Tschöpe und Susanne Jacob auf dem Meißner gebaut. Zu finden ist es in der Nähe des Frau-Holle-Teiches.

Wer das Holle-Labyrinth auf dem Hohen Meißner betreten will, geht durch ein Tor aus Weidenzweigen. Durch das Gras schlängelt sich ein etwas ausgetretener Pfad in nahezu perfekten Kreisen. Siebenmal geht es rund, bevor man die Mitte erreicht. Hier liegt eine Baumscheibe, die mit vielerlei Gaben wie Blumen und Steinen geschmückt ist. Mit dem Holle-Labyrinth haben Susanne Jacob aus Schwebda und Tamara Tschöpe aus Friemen auf dem Meißner einen Ort geschaffen, der zu Ruhe und Einkehr einlädt.

Das Labyrinth soll ein Platz sein für alle, die Stille suchen, zu sich selbst und Einklang mit der Natur finden wollen, berichten die beiden Rentnerinnen. Aber auch, um zum Beispiel mit anderen zu tanzen und zu singen. Selbst aus Nordrhein-Westfalen kam schon eine Gruppe, um das Labyrinth zu erleben. „Es kommen Begegnungen zustande, die nicht mit Geld zu bezahlen sind“, erklärt Tschöpe ihr ehrenamtliches Engagement.

Eine solche Anlage ist als so genanntes „Ur-Labyrinth“ weltweit verbreitet, zum Beispiel auf Höhlenmalereien und alten kretischen Münzen. Dieses Wissen wollen die Frauen wieder aufleben lassen.

Unabhängig voneinander hätten sie die Idee gehabt, ein Labyrinth zu bauen, erzählen die beiden. So tauschte sich Jacob zum Beispiel bei einem Seminar bereits mit Agnes Barmettler aus. Die Schweizer Künstlerin hat vor 25 Jahren den Zürcher Labyrinthplatz gestaltet und das Frauenprojekt „Labyrinth International“ ins Leben gerufen. Schnell war klar: Wenn eine Anlage rund um den Meißner angesiedelt werden soll, wird sie Holle-Labyrinth heißen. Schlussendlich stimmte dann bei der Besichtigung des Platzes rund 300 Meter vom Frau-Holle-Teich entfernt bei Jacob das Bauchgefühl - und auch die logistischen Voraussetzungen passten. Die Zufahrtsstraße ist geteert, das erleichtert unter anderem den Transport des Rasenmähers, trotzdem ist der Platz abgeschlossen und von außen kaum einsehbar.

Im September 2013 legten die beiden Frauen, die zwischenzeitlich durch eine Anzeige Jacobs in der Zeitschrift der Volkshochschule zueinander gefunden hatten, das Labyrinth an. Vorausgegangen war eine rund einjährige Planungs- und Genehmigungsphase, da das Areal sowohl im Naturschutzgebiet liegt als auch zum Naturpark Meißner-Kaufunger Wald gehört. Bei der Umsetzung haben sie viel Unterstützung durch Naturpark-Geschäftsführer Marco Lenarduzzi erhalten, so Jacob. Seit vergangenem Jahr weisen zum Beispiel Schilder auf das Labyrinth hin, auch auf der Homepage des Naturparks gibt es einen Hinweis. Seitdem seien die Besucherzahlen gestiegen, was beide sehr freut.

Info: Jeden ersten Sonntag im Monat findet ab 16 Uhr ein Treffen für alle Interessierten am Holle-Labyrinth statt.

Von Nicole Demmer

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