Kultur? Gibt es in Berkatal

100 Dinge, die wir  mögen (90): Die Kulturinitiative Hängnichrum

Frankershausen. Es war 1989, als sich in Frankershausen gut 20 junge Menschen zusammengeschlossen haben, um dem kulturellen „Ort der Ödnis“ ein bisschen Leben einzuhauchen. Was damals laut dem Gründer Bernd Hesse erst noch belächelt worden ist und ein Alleinstellungsmerkmal in Nordhessen gewesen war, ist längst ein voller Erfolg: Die Kulturinitiative Hängnichrum hat sich über Berkatals Grenzen hinaus längst einen Namen gemacht.

Mit acht Veranstaltungen pro Saison zwischen September und Mai zählt man zwar nicht zu den ganz großen Vereinen, das Programm aber erfreut sich in der Regel einer großen Beliebtheit. „Wir haben viele Besucher , die den Künstler gar nicht kennen, aber auf unseren Geschmack vertrauen“, sagt das 35-jährige Vereinsmitglied Philipp Schäfer.

In der Regel schauen sich die 15 Mitglieder des Vereins alle Künstler an, bevor sie die – möglichst nur für eine und nicht für mehrere Saisons – buchen. „Dazu fahren wir jährlich zur Kulturbörse, wo Kabarettisten, Comedians, Schauspieler und Musiker auftreten.“ Bei einigen Künstlern habe das Team da schon ein echtes Händchen bewiesen: Heute bekannte Komiker-Größen wie Kurt Krömer, Johann König und Bülent Ceylan sind ebenso schon aufgetreten wie die Kabarettisten Simone Solga (die schon zweimal da war) und Claus von Wagner – alle in der Kneipe Öx in Frankershausen.

Die ist untrennbar mit der Kulturinitiative Hängnichrum verbunden, auch wenn Ausflüge in (zum Beispiel) Kirchen auch auf dem Programm stehen: „Im Öx findet der Großteil unserer Veranstaltungen statt“, sagt Schäfer und bedankt sich im gleichen Atemzug bei dem Inhaber, da dort die ganze technische Ausrüstung stehen und hängen bleiben dürfe.

Hängen: Dass die Kulturinitiative dieses Wort in sich trägt, hängt damit zusammen, was in den 1980er-Jahren auf dem Land kulturell so los war: wenig bis gar nichts. „Da war man dann also am Rumhängen.“ Damit man das nicht mehr tun müsse, wurde die Kulturinitiative ins Leben gerufen – und der Name war entstanden.

Im vierwöchigen Turnus werden die Veranstaltungen angeboten, denen im Saal des Öx 160 Menschen zusehen können. Der nächste Termin ist am Samstag, 9. Januar. Dann gibt es mit Anny Hartmann einen besonderen Jahresrückblick. Der Eintrittspreis beträgt wie immer 15 Euro, „damit und mit dem Landeszuschuss trägt sich der Verein“, erklärt Schäfer. Tickets: www.Haengnichrum.de

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