Fehler bei Softwareanbieter: Kommunen verärgert

Lange Wartezeiten bei Meldeämtern

Werra-Meißner. Bürger, die die Dienste einiger Einwohnermeldeämter im Werra-Meißner-Kreis in Anspruch nehmen, müssen derzeit mit einer Wartezeit rechnen. So kann es vor allem in den kleineren Gemeinden bis zu einer halben Stunde dauern, um zum Beispiel einen Personalausweis zu beantragen.

„Das ist mehr als ärgerlich“, sagt Neu-Eichenbergs Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurth, „das Problem besteht schon seit mehreren Wochen.“

Die Ursache liegt bei der Ecom21: Die betreut Kommunalverwaltungen in ganz Hessen hinsichtlich der Software, „mit der Umstellung des Systems zum neuen Bundesmeldegesetz am 1. November dieses Jahres sind da eine Reihe von Fehlern aufgetreten“, gibt Pressesprecher Stefan Thomas unumwunden zu. Um die zu beheben, hätten die Systeme immer mal wieder kurzfristig abgeschaltet werden müssen, um sie zu aktualisieren. Dieser Vorgang sei mit dem 12. November aber abgeschlossen worden, seitdem sei eine Störung „nicht mehr aufgetreten“.

Weder Rohde-Erfurth noch Berkatals Bürgermeister Friedel Lenze können das bestätigen: Noch immer gebe es im Tagesablauf Störungen, erst in dieser Woche wurde den Kommunen mitgeteilt, dass der Server neu gestartet werden müsse und ein Benutzen nicht möglich sei. „Solche Hinweis-Mails gibt es permanent“, sagt Lenze. Frankershausen. Verstärkt seit dem 1. November dieses Jahres gebe es in einigen Kommunen des Kreises Probleme in den Einwohnermeldeämtern. Programme können nicht gestartet, Vorgänge nicht abgeschlossen werden - „unser Anbieter Ecom21 aktualisiert permanent die Software, weil die wohl fehlerhaft ist“, sagt Berkatals Bürgermeister Friedel Lenze. In dessen Verwaltung seien die Probleme aber schon vor dem neuen Bundesmeldegesetz aufgetreten. „Von September bis November habe ich 28 Störmeldungen bekommen.“

Die Ecom21 entschuldigt sich für dieses Problem: „Im Vorfeld einer solch gewaltigen Umstellung sind leider nicht alle technischen Eventualitäten kalkulierbar“, man arbeite mit Hochdruck an einer Fehlerbehebung.

Dass das schnell geschieht, fordert Herleshausens Bürgermeister Burkhard Scheld: „Wir bezahlen schließlich für diese Dienstleistung, zudem sind die Bürger verärgert.“

In größeren Städten scheint es das Problem nicht mehr zu geben. Sowohl Eschwege als auch Witzenhausen können die Beschwerden auf Anfrage unserer Zeitung nicht bestätigen. „Wir stehen in engem Kontakt zur Ecom21, die anfänglichen Schwierigkeiten gibt es bei uns aber nicht mehr“, heißt es etwa bei der Stadt Eschwege. (cow)

Kommentare