Expansion von Köhler Kalk: Bürger kritisieren höhere Belastung im Ort

Lkw-Verkehr in Germerode verdoppelt sich

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Kalkwerk Vockerode

Germerode. Durch Germerode werden ab Ende des Jahres wohl gut doppelt so viele Lastwagen durchfahren wie bisher. Das hat sich am Montagabend während einer Bürgerversammlung herauskristallisiert, zu der die Gemeinde Meißner eingeladen hatte.

Der Grund: Die Firma Köhler Kalk aus Vockerode hat am Gut Mönchhof einen weiteren Steinbruch erschlossen. Ende des Jahres soll mit dem Abbau des Dolomitgesteins begonnen werden.

Mit Lastwagen wird das Gestein zur Verarbeitung zum Werk in Vockerode transportiert – durch Germerode hindurch. Die Einwohner des Luftkurortes wollen das nicht hinnehmen. Sie forderten, den Lastwagen-Verkehr von Köhler Kalk aus Germerode herauszunehmen und stattdessen über Feldwege führen zu lassen, die das Gut und das Kalkwerk direkt miteinander verbinden. „Sonst wird es hier nicht nur wesentlich lauter, sondern die Luft wird auch verschmutzt“, argumentierte ein Großteil der 160 Germeröder, die zur Versammlung gekommen waren. Für den Tourismus im Ort sei das sicherlich nicht förderlich, für das Wohlbefinden der Einwohner erst recht nicht.

Der große Haken an der Feldweg-Variante: Die Wege müssten ausgebaut und mit Haltebuchten versehen werden, damit entgegenkommende Lkw aneinander vorbei könnten. „Das ist rechtlich nicht genehmigungsfähig“, sagte Arno Schütz von der Oberen Naturschutzbehörde, der mit seinem Kollegen Friedrich Haselhuhn von der Unteren Naturschutzbehörde an der Versammlung teilnahm.

Denn zum einen will die Bundesregierung die Versieglung von Flächen reduzieren, zum anderen gebe es mit der Strecke über Germerode bereits eine Route, die genutzt werden kann. „Eine Landesstraße – und eine solche ist der Weg durch den Ort – ist für den Regional- und nicht ausschließlich für den örtlichen Verkehr da“, erklärt Schütz.

Produktion wird verdoppelt

Seit 1938 baut die Firma Köhler Kalk Dolomitgestein in Vockerode ab. Schon vor einigen Jahren wurde am Gut Mönchhof eine weitere Abbaustelle ausfindig gemacht. Die Abbaugenehmigung dafür ist erteilt, Ende des Jahres kann es losgehen. Durch das Dolomitgestein vom Gut Mönchhof zusätzlich zu dem aus dem Werk bei Vockerode kann Köhler Kalk die Produktion von 60 000 Tonnen im Jahr auf maximal 120 000 Tonnen steigern.

 Das bedeutet auch mehr Lastwagen-Verkehr: Zwischen dem Gut Mönchhof und dem Werk in Vockerode würden stündlich bis zu sechs Lastwagen verkehren. Geht man von einem Acht-Stunden-Tag aus, würden dann durchschnittlich statt wie bisher 55 Lkw am Tag 103 durch Germerode fahren.

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