Kommunalwahl 2016

Meißner: Grundversorgung muss erhalten bleiben, Ärzte gesucht

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Ein Tourismusmagnet: die Mohnblüte in der Gemeinde Meißner. Rund um den Mohn wurden verschiedene Attraktionen geschaffen wie die Mohntenne, Planwagenfahrten und verschiedene Produkte wie Öl und Seife.

Abterode. Am 6. März werden die neuen Kommunalparlamente in Hessen gewählt. Die Werra-Rundschau wird in den kommenden Ausgaben bis zur Wahl alle Städte und Gemeinden des Altkreises vorstellen. Heute: Meißner.

Lesen Sie auch die Analyse von unserer Redakteurin Constanze Wüstefeld

Es ist wie ein Hauptgewinn für die Region rund um den Meißner: die Idee von dem Germeröder Björn Sippel, großflächig Mohn anzupflanzen und während der Blütezeit zwischen Juni und August damit die Touristen anzulocken. „Die Mohnblüte ist ein richtiger Renner, der sich im Laufe der vergangenen Jahre immer weiter entwickelt hat“, freut sich deshalb auch Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans, dessen Gemeinde von den Strömen im Sommer profitiert.

Generell sei man, so der 46-Jährige, touristisch gut aufgestellt: neben den Premiumwanderwegen gebe es zum Beispiel auch das Jugenddorf am Hohen Meißner, die Grube Gustav und den Bergwildpark bei Germerode. Doch trotz dieser touristisch guten Ausgangslage möchte Junghans nicht, dass sich darauf ausgeruht wird: „Wir müssen uns auch in diesem Bereich weiterentwickeln.“

Bei der Lebensmittelversorgung hat das bereits geklappt: Nachdem es einige Zeit gar keinen Markt mehr in der Gemeinde mit seinen fünf Ortsteilen gegeben hat, besteht jetzt wieder in Abterode und in Germerode die Möglichkeit, Dinge des täglichen Bedarfs zu kaufen. „Dass wir das wieder hinbekommen haben, ist sehr gut“, freut sich der 46-Jährige.

Von der hausärztlichen Versorgung lässt sich das nicht sagen: Gab es bis vor kurzem noch drei Ärzte, ist jetzt nur noch einer vor Ort. Sämtliche Bemühungen von Seiten der Gemeinde, einen Nachfolger zu finden, waren bisher ergebnislos. „Hier müssen wir in Zukunft eine Priorität setzen, da in einer Gemeinde die Infrastruktur vorhanden sein muss.“ Ärzte gehörten ganz klar dazu.

Geplagt vom Schutzschirm

Dass die Firma Bohn ebenfalls zu Meißner gehört, weil sie einen Standort in Weidenhausen hat und somit Gewerbesteuern zahlt, ist wohltuend für die Gemeindekasse, die in den vergangenen Jahren ständig vom Regierungspräsidium Kassel überwacht wurde. „Auch wir waren von der Schutzschirm-Problematik betroffen, sind da aber ganz gut durchgekommen und haben jetzt einen ausgeglichenen Haushalt“, sagt Junghans.

Dadurch, dass in der vergangenen Legislaturperiode wegen des Sparzwangs nicht viel umgesetzt werden konnte, sei man im Umgang mit negativen Meldungen geschult, eine liegt dem Bürgermeister aber dennoch schwer in Magen: Dass man beim Schwalbenthal nach wie vor nicht weiter ist. „Es wird derzeit getestet, wie man den Hang, der rutscht und schon die Mauer der am Haus rückwärtig liegenden Küche eingedrückt hat, sichern kann.“ So lange müsse das einst beliebte Ausflugslokal geschlossen bleiben, weil die Sicherheit in der Küche nicht mehr gewährleistet ist. „Es wäre schön, wenn sich das wieder ändert.“

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