Starke Bewegung im Berg – Gemeinde fühlt sich im Stich gelassen

Der Meißner kann jederzeit abrutschen

Hans-Dieter Müller

Abterode. Am Meißner besteht die akute Gefahr eines massiven Bergrutsches. Diese Befürchtung äußerte Hans-Dieter Müller, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Meißner im Interview mit unserer Zeitung. „Ich befürchte, dass es schon in naher Zukunft geschieht“, sagte Müller. Die Geschwindigkeit, mit der der Berg sich bewege, habe in letzter Zeit stark zugenommen.

Seiner Einschätzung nach geht die Hauptgefahr vom Kalbesee aus, dessen Wasser schon jetzt unkontrolliert abfließe, das Erdreich aufweiche und in Bewegung versetze. „Der Wasserstand im See ist in den vergangenen 40 Jahren um acht Meter gestiegen. Dadurch hat sich der Druck auf die Böschung hin zum Schwalbenthal enorm erhöht“, so der Kommunalpolitiker. Komme es zum Supergau, wälzten sich eine Million Tonnen Wasser, vermischt mit Gestein und Erdreich ins Tal und rissen alles mit, was ihnen im Weg sei. Müller: „Nicht auszudenken, was geschieht, wenn sich dann dort Menschen befinden.“

Zu Abwendung der Gefahr befürwortet Müller, den Pegel des Kalbesees kontrolliert zu senken, um so den Druck auf das Ufer zu vermindern. „Das ist in mehreren Gutachten so vorgeschlagen worden, damit wäre die Hauptgefahr beseitigt“, so Müller. Die Kosten von etwa 200 000 Euro seien weit geringer als der Schaden, der durch einen Erdrutsch entstehe. Die Gemeinde sieht sich vom Land im Stich gelassen. Müller: „Wir haben das Land in den vergangenen zehn Jahren immer wieder aufgefordert, Gegenmaßnahmen einzuleiten. In der Antwort hieß es, dass der Kalbesee nicht die alleinige Ursache sei, sondern dass fossile Rutschungen und eindringende Niederschläge sowie die Schwelbrände im Berg eine Rolle spielten.“

Von Dieter Salzmann

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