Magerrasen statt Wald

Mülldeponie in Weidenhausen: Ausgleich für Natur fällt geringer aus als genehmigt

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Kreismülldeponie Weidenhausen

Weidenhausen. Statt einer Müllhalde sollte in 20 Jahren Wald zu sehen sein: Die Kreismülldeponie in Weidenhausen sollte rekultiviert werden. Doch aus den einstigen Plänen wird nichts.

Auf der Kreismülldeponie wird schon seit Jahren kein Müll mehr abgelegt, sondern nur noch für eine Weiterverarbeitung zwischengelagert. Um den einstigen Eingriff in die Natur mit der Ablagerung wieder gutzumachen, muss ein Ausgleich erfolgen. Der sollte in Form eines Waldes entstehen. „Den wird es aber nicht mehr geben“, sagt Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans. Denn statt hoher Bäume soll ab dem nächsten Jahr jetzt Magerrasen gepflanzt werden, der von Schafen beweidet wird. „Das ist ökologisch nicht so hochwertig wie Wald.“

Das Problem  

Der Grund für die Änderung: Es gibt nicht genügend Erde. Eigentlich sollte die von dem Autobahnbau der A 44 kommen, laut Kreissprecher Jörg Klinge sei der dort anfallende Boden aber weder qualitativ hochwertig genug noch gebe es überhaupt die erforderliche Menge: „Geplant war, eine Bodenschicht von einer Dicke von vier Metern aufzutragen, jetzt werden es 1,5 Meter.“  Für die Wurzeln von Bäumen reiche das nicht aus, weshalb auf den Rasen übergegangen wird.

Die Sorge 

Junghans sieht in der neuen Form der Rekultivierung zwei Probleme: Zum einen habe sich die Weidenhäuser Bevölkerung auf den Wald gefreut, zum anderen gehen der Gemeinde so Ökopunkte verloren. Die werden vergeben, wenn man einen Naturhaushalt wieder herstellt. „Bei uns sind das 1,2 Millionen Punkte, das entspricht knapp 400 000 Euro.“

Junghans’ Sorge: Dieses Defizit werde nicht seiner Gemeinde und im Speziellen Weidenhausen zugeschrieben, sondern irgendwo anders im Wirkungskreis des Regierungspräsidiums Kassel eingesetzt. Das ist dafür zuständig, die Rekultivierungsformen zu genehmigen.

Die Entscheidung 

Bislang gibt es noch keine Entscheidung, wo und in welcher Form der Ausgleich erfolgt. Bürgermeister Junghans möchte, dass die Weidenhäuser Bürger davon profitieren, weil sie in nächster Nähe zur Mülldeponie wohnen, für deren Rekultivierung der Ausgleich geschaffen werden soll. Ob das eintreten wird, ist unklar: „Der Kreis ist bemüht, ausgleichende Maßnahmen im Deponieumfeld beziehungsweise den Gemarkungen Weidenhausen/Wellingerode zu verwirklichen“, sagt Klinge.

Von Constanze Wüstefeld

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