Die Pilzsaison in der Region ist eröffnet

Auf Suche. Walter Junghans aus Abterode sammelt seit über 65 Jahren Pilze in der Region. Auf dem Bild zeigt er einen Frauentäubling, den er in diesen Tagen gefunden hat. Ansonsten sei die Ausbeute jetzt aber noch relativ gering, sagt Junghans. Foto:  Junghans

Werra-Meißner. Früher als gewöhnlich hat in diesem Jahr die Pilzsaison begonnen. Einer, der sich mit Pilzen auskennt, ist Walter Junghans.

Mit aufmerksamen Blick geht Walter Junghans zielstrebig zu den altbekannten Stellen, an denen er jedes Jahr, mal mehr, mal weniger erfolgreich auf Pilzsuche geht. „Vor rund 60 Jahren habe ich erstmals eine Stelle mit vielen Pfifferlingen gefunden“, sagt Junghans. Allmählich beginnt die Pilzsaison, die im September ihren Höhepunkt findet. Durch den Regen und die warmen Temperaturen der vergangenen Tage wurde die diesjährige Saison früher als sonst eröffnet. „Denn für das Wachstum der Pilze ist die Kombination aus feuchtem und warmen Wetter einfach ideal“, weiß der 79-Jährige.

Aber nicht nur das Wetter spielt eine wichtige Rolle, sondern auch Umweltbedingungen, wie die Bodenbeschaffenheit. „So viele Pilze wie früher finde ich heute an den mir bekannten Stellen jedoch nicht mehr, denn im Laufe der Jahre sind die Bestände, zum Beispiel durch Bewirtschaftung mit schwereren Maschinen oder andere Gründe, kleiner geworden“, sagt Junghans. Pilze könnten die für sich benötigten Nährstoffe nicht aus Sonnenenergie herstellen, sie seien dabei auf andere Lebewesen angewiesen.

Dieses Wissen könne bei der Pilzssuche durchaus behilflich sein, denn manche Pilze würden Symbiosen eingehen und deshalb beispielsweise die Gesellschaft bestimmter Pflanzen bevorzugen. „Der Goldröhrling ist häufig bei Lärchen zu finden, der Pfifferling bevorzugt Moos als Untergrund und die Grause Glucke mag die Gesellschaft alter Kiefern“, sagt Junghans mit einem Augen-zwinkern.

Nach Schätzungen von Experten gibt es über eine Million Pilzarten auf der ganzen Welt, jedoch ist davon nur ein Bruchteil für die heimische Küche geeignet. Pilze sind nicht nur echte Leckerbissen, sondern auch gesund. Sie bestehen zu fast drei Vierteln aus Wasser und enthalten kaum Fett, dafür aber wichtige Nährstoffe.

Seit seiner Jugend sammelt Junghans Pilze und hat einige Tipps parat:

1.  Man sollte auf der Pilzsuche immer die Augen offen halten und einen weiten Blick haben. Dabei sollte man auf moosige Stellen achten.

2.  Wenn ein Pilz vom Sammler gefunden und bereits identifiziert wurde, sollte man ihn am besten mit einem Messer abschneiden. Das ist am schonendsten für die Wurzeln.

3.  Achten sie darauf, nichts niederzutrampeln. Denn nur weil ein Pilz nicht für den Verzehr bei Menschen geeigent ist, muss das nicht bedeuten, dass dies auch für Tiere gilt.

4. Der wohl wichtigste Tipp ist, dass man den Pilz nur mitnehmen sollte, wenn man ihn zweifelsfrei Identifizieren kann.

5. Die hochgiftigen Arten sollten bekannt sein: Fliegenpilz, grüner Knollenblätterpilz, Satansröhrling oder Pantherpilz.

6. Die Pilze sollten nach dem Sammeln zuhause allerdings nicht zu lange gelagert werden. Zudem ist es wichtig, sie ausreichend lange zu kochen. Dadurch werden sie bekömmlicher.

Von Esther Junghans

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