Auch Rot- oder Damwild getötet – Experten vermuten Luchs

Raubtier reißt Nandu im Bergwildpark

Germerode. Die Verantwortlichen des Bergwildparks Meißner bei Germerode sind in Sorge: Zwei Tiere wurden dort in den vergangenen zwei Monaten gerissen, möglicherweise von einem Luchs. Ob das Wildtier tatsächlich infrage kommt, wird derzeit vom Arbeitskreis Hessenluchs geklärt.

„Wir sind schon beunruhigt“, gibt Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans zu. Die Gemeinde ist Eigentümer des Wildparks, hat jetzt Angst, dass sich die Vorfälle wiederholen könnten. „Wir müssen jetzt aber erst einmal abwarten, ob es sich wirklich um einen Luchs handelt.“

Unwahrscheinlich ist das nicht, sagt Ralf Meusel, einer der beiden Luchsbeauftragten im Werra-Meißner-Kreis. Denn das erste Tier, das vor gut acht Wochen gerissen wurde, war ein Dam- oder Rotwild, was zur bevorzugten Beute eines Luchses gehört. „Da war aber nur noch das Skelett übrig, als der Kadaver gefunden wurde, weshalb man nicht sagen kann, ob es tatsächlich ein Luchs war.“

Die Spuren bei dem zweiten Vorfall sind frischer: In der Nacht auf Sonntag wurde dort ein Nandu gerissen. An dem Laufvogel habe Meusel Bissspuren im Abstand von 3,5 bis vier Zentimetern festgestellt, was zu einem Luchs passen würde. „Und dass der hier in der Gegend vorkommt, haben wir durch Beobachtungen und Fotos schon feststellen können.“

Ungewöhnlich sei zwar, dass ein Nandu gerissen wurde, weil Luchse Rehe bevorzugen würden, Karlheinz Giesen vom Förderverein hat dafür aber eine plausible Erklärung: „Angegriffen wurde in der Nacht, da hat der Nandu geschlafen und konnte sich nicht wehren.“ Das Wild hingegen sei im Rudel zusammen gewesen, was einen Angriff erschwert hätte. Die Gefahr erkannt hätten aber auch diese Tiere: „Ich habe auf den angrenzenden Wiesen Fluchtfährten gefunden“, sagt Meusel.

ZUM TAGE, SEITE 2,

Von Constanze Wüstefeld

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