Neue Funde

Römer zogen durchs Werra- und Ulfetal: Archäologe findet etliche Indizien

Werra-Meißner. Die Römer müssen vor 2000 Jahren auch durch das Werratal und ebenso durch das Ulfetal gezogen sein. Dafür gibt es seit kurzem deutliche Hinweise. Dr. Klaus Grote, der als Entdecker des Römerlagers bei Hedemünden im Werratal gilt, hat sie zu Hauf gefunden: Sandalennägel.

Sie gelten als Indizien dafür, dass römische Soldaten einst unterwegs waren. Die eisernen Nägel in deren Schuhwerk gingen halt schnell mal verloren und blieben über die Jahrhunderte im Erdreich stecken.

Und wo sie sich häufen, könnten Lager oder zumindest Posten der Römer gewesen sein. Das dürfte zum einen im Bereich des Weidschen Kopfes oberhalb des Werratales zwischen Berkatal-Hitzerode und dem Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil Kleinvach der Fall sein. Zum anderen hat Grote den Ottilienberg zwischen den Sontraer Stadtteilen Ulfen und Wölfterode nahe der sogenannten Blinden Mühle als Ort ausgemacht, wo sich Schuhnägel häufen.

Auf dem Weidschen Kopf befindet sich eine Wallanlage, die auch als Römerschanze bezeichnet wird offensichtlich nicht von ungefähr. Von dort war, sieht man sich die Geografie an, eine gute Beobachtung der nahe vorbeifließenden Werra möglich.

Dass die Römer auf dem Fluss Fracht durch germanische Stammesgebiete transportieren, steht für den Historiker außer Frage. Man könne von einer Befahrbarkeit der Werra bis zu den Salzorten Salzungen und Meiningen in Thüringen mit kleineren Prahmschiffen mit plattem Boden ausgehen, schreibt Grote in seinem jüngsten Buch über das Römerlager Hedemünden.

Am Ottilienberg wiederum dürfte sich ein Kommunikationsposten der Römer an einem Überlandweg durchs Ulfetal befunden haben. Einen solchen Posten, der auch eine Sicherungsanlage gewesen sein könnte, sieht Grote auch im Bereich von Ellerode/Mollenfelde.

Welche Funde im Wera-Meißner-Kreis seit 1790 entdeckt wurden, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe.

Kommentare