Am Samstag schließt der Edeka-Markt in Frankershausen

+
Vor leeren Regalen: (von links) Amelie, Nele, Alina, Lara vom ortsansässigen Kindergarten bedanken sich bei Birgit Schindewolf. Knapp 22 Jahre hat der Kindergarten in dem von ihr geführten Edeka-Markt Obst und Gemüse gekauft.

Frankershausen. Birgit und Ortwin Schindewolf öffnen den Edeka-Markt am Samstag zum letzten Mal. Mit der Schließung haben sie ihren Frieden gemacht. Trotzdem kullerten jetzt Tränen.

Zum Schluss kommen Birgit Schindewolf doch die Tränen. Bislang sei sie damit, dass der Edeka-Markt in Frankershausen morgen schließt, gut zurecht gekommen. Doch als sich die Kindergartenkinder aus dem Berkataler Ortsteil von der Betreiberin des Marktes für ihr jahrelanges Engagement bedanken, muss die 62-Jährige doch mehrmals schlucken.

Seit knapp 30 Jahren hat sie zusammen mit ihrem Mann Ortwin den Lebensmittelmarkt in der Neuen Straße geleitet, vorher verkauften schon dessen Eltern und Großeltern seit 1928 Reis und Kaffee. Morgen nun schließt das Ehepaar Schindewolf den Edeka-Markt, „aus gesundheitlichen und Altersgründen“. Einen Nachfolger habe man nicht gefunden, die Trauer hält sich jedoch in Grenzen: „Wir haben unseren Abschluss gefunden und freuen uns, nach den ganzen Jahren der Arbeit auch mal frei zu haben“, sagt Birgit Schindewolf.

Passionierte Taucher

Denn sie und ihr Mann verfolgen eine gemeinsame Leidenschaft: das Tauchen. Aufgrund der ganzen Ausrüstung „können wir das Gebäude auch noch nicht verkaufen“, sagt die 62-Jährige und lacht. Denn im Keller lagerte die ganze Ausrüstung - im eigenen Wohnhaus sei dafür kein Platz. „Irgendwann werden wir aber eine Lösung finden“, verspricht Schönewolf.

Bereits eine Lösung gibt es für die sechs Mitarbeiter des Marktes: Alle haben wieder Arbeit gefunden. Und auch die Einwohner werden weiterhin im Ort einkaufen gehen können: Ab April soll in die alten Räumlichkeiten der VR-Bank eine Tegut-Filiale einziehen (siehe Hintergrund), deren Betreibern Schindewolf „alles Gute“ wünscht und hofft, „dass der Laden im Ort ebenso gut angenommen wird wie unserer“. Und darauf setzt, dass man die Kunden dort irgendwann auch einmal persönlich kennt: „Ich kann hier alle mit Namen ansprechen“, sagt Schindewolf. Auch deshalb seien viele mit Bekanntwerden der Schließung zu ihr gekommen und haben sich für die jahrelange Versorgung bedankt. Dazu gehört auch Rolf Sennhenn, der kurz vor Ladenschluss noch einmal einkauft: „Ich bin hier alteingesessen, kam immer hierher.“ Ebenso wie der Kindergarten aus Frankershausen: Seit knapp 22 Jahren wurde bei Schindewolfs um Obst und Gemüse für die Kleinen zu kaufen. Damit ist ab morgen nun Schluss, wenn Birgit und Ortwin das letzte Mal das Licht in der Neuen Straße 3 ausmachen.

Von Constanze Wüstefeld 


Mehr zum Thema lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der Werra-Rundschau.

Kommentare