Schwalbenthal bietet wunderbaren Ausblick

Moment zum Innehalten: Der Aussichtspunkt Schwalbenthal auf dem Hohen Meißner lohnt sich bei jeder Wetterlage. Ohne Wettertrübungen können die Besucher kilometerweit schauen. Foto:  Lenarduzzi

In einer losen Reihenfolge stellen wir Orte vor, die eine wunderbare Aussicht bieten. Einer, der dabei den Blick über gleich mehrere Kommunen erlaubt, ist der Aussichtspunkt Schwalbenthal auf dem Hohen Meißner.

Hoher Meißner. Er wirkt wie ein Bremsklotz für diejenigen, die noch nie auf dem Hohen Meißner waren: der Aussichtspunkt Schwalbenthal in 612 Metern Höhe über Normalnull. Gerade wenn man sich den Berg wieder hinunter schlängelt, sich der Wald plötzlich lichtet und den Blick freigibt über das Werratal, sind sowohl Auto- als auch Radfahrer von der Aussicht beeindruckt.

Der Ausblick

Das war nicht immer so. Noch bis 2004 war nichts zu sehen von der Schneise, die heute Ausflugsziel nicht nur vieler Touristen, sondern auch Einheimischer ist: Bäume und Sträucher säumten den Weg, versperrten den Blick nicht nur auf Meißners Gemeinden, sondern auch auf weitere Orte und Sehenswürdigkeiten im Tal. Seit zwölf Jahren aber ist sie da, die gigantische Sicht, die selbst im Nebel noch beeindruckend ist, weil man dem dann oftmals von oben auf die schwebende Masse schaut.

Der sportliche Aspekt

Doch nicht nur der Blick betört: Auch Naturfreunde kommen hier auf ihre Kosten. „Der Premiumwanderweg hat hier seinen Ursprung“, erzählt Marco Lendarduzzi, Geschäftsführer des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald. Zudem führt für die ganz Sportlichen ein Radweg vorbei. Schilder weisen auch auf einen Weg hin, der die Wanderer in die Vergangenheit befördert: Auf dem Knappenpfad gibt es alles Wissenswerte zum Bergbau, den es einst am Hohen Meißner gegeben hat. „Der hatte eine hohe Bedeutung für die Region“, sagt Lenarduzzi.

Der Bergbau

Denn einst gab es dort - heute unvorstellbar - ein ganzes Dorf mit Ämtern, einer Schule, Wohnungen, und einem Friedhof. Gebaut worden ist das 1584 für die Arbeiter des Bergamtes. Denn Jahre zuvor hatte man auf dem Hohen Meißner bereits mit dem untertägigen Abbau von Kohle begonnen, für die Arbeiter mussten Unterkünfte her. Aufgrund eines Erdrutsches musste es 1907 jedoch geräumt werden, zwei Jahre später wurden fast alle Gebäude abgerissen. Heute zeugt nur noch das weiße Haus Schwalbenthal von dem einstigen Ort.

Die Gastronomie

Dass der ehemalige Bergbau dafür verantwortlich ist, dass das Gasthaus Schwalbenthal seit mehr als sechs Jahren nicht mehr betrieben werden kann, wird immer wieder diskutiert. Denn der Berg rutscht, hat die Küchenwand des historischen Gebäudes 2010 eingedrückt und einen Betrieb unmöglich gemacht. Doch auch, wenn das Land Hessen nach jahrelangen Verhandlungen mit der Gemeinde Meißner eingewilligt hat, die Sicherung des Hanges zu übernehmen - geklärt ist dadurch noch nicht, wie es zu dieser Naturgewalt kommt.

Dem Besitzer des Hauses Schwalbenthal, dem Eschweger Dieter Kohl, ist das fast egal. Der über 80-Jährige hat nur einen Traum: Seine Gastronomie wieder eröffnen zu können, die auch eine Terrasse direkt am Hang beinhaltet, von der man einen wunderbaren Blick über das Werratal hat - die aber derzeit von der Natur zurückerobert wird.

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