Asylbewerber 

In Abterode decken Ehrenamtliche die Tafel für Flüchtlinge

Zu Gast an reich gedeckter Tafel: Am Freitagnachmittag nahmen Flüchtlinge die Einladung von Gastwirtin Emilia Ströhlein vom Gasthaus Höllental zu einem gemütlichen Essen an. Foto: Kaiser

Abterode. Zwei Wochen nachdem siebzehn Asylbewerber ihre neue Unterkunft in Abterode bezogen haben, ist das Engagement für die Neuankömmlinge ungebrochen groß. Täglich erleben sie die Hilfsbereitschaft der Gemeinde.

Gastwirtin Emilia Ströhlein vom Gasthaus Höllental lud am Freitagnachmittag zu einem gemütlichen Essen ein. „Ich bin selbst vor 30 Jahren aus Rumänien hierher gekommen und weiß, wie schön es ist, einen guten Start zu bekommen und willkommen geheißen zu werden“, erzählt sie.

Sowohl innerhalb der Gemeinde Meißner als auch gemeindeübergreifend wird sich engagiert. Die Bäckerei Schill aus Frankershausen spendet täglich Brot für die Unterkunft. Der Sportverein hat die Flüchtlinge ebenfalls mit einer Spende begrüßt und auch im Bürgerhaus waren sie bereits zu Gast.

„Die Erfahrungen sind sehr positiv, in dieser riesigen Form hatten wir das nicht erwartet. So viele Leute wollen auf verschiedene Weise helfen.“

Michaela Seifert und Kathrin Bernhardt gehören zu den zahlreichen ehrenamtlichen Betreuern. „Wir schauen einfach, wo wir helfen können. Das sind meist ganz alltägliche Dinge“, erzählt Kathrin Bernhardt. Sehr interessiert an der deutschen Sprache zur Verständigung seien alle. „Bald geht der Sprachkurs los und alle freuen sich drauf“, berichten die Helfer.

Bürgermeister Friedhelm Junghans ist begeistert über so viel Engagement der Bevölkerung „Die Erfahrungen sind sehr positiv, in dieser riesigen Form hatten wir das nicht erwartet. So viele Leute wollen auf verschiedene Weise helfen“, freut er sich. Er hofft, auch auf lange Sicht so hilfsbereite ehrenamtliche Mitarbeiter zur Betreuung der Flüchtlinge zu haben.

Am Dienstag, 22. September soll deshalb eine Bürgerversammlung stattfinden, bei der informiert und koordiniert werden soll. Im Anschluss wird es genauere Informationen geben, wie und wo Hilfe benötigt wird, und ein Spendenkonto eingerichtet werden. Derzeit kann vertrauensvoll über die Gemeinde gespendet werden, die das Geld je nach Bedarf verteilt.

Platz ist für 19 Flüchtlinge

Christa Hagemann-Wellmann von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betreut die Flüchtlinge formal. Sie organisiert beispielsweise die Unterbringung und die medizinische Versorgung. Derzeit leben siebzehn Menschen aus Algerien, Syrien, Eritrea, Äthiopien, Afghanistan, Irak, Pakistan und Somalia in der Gemeinschaftsunterkunft in Abterode, Platz ist für neunzehn. Die Unterkunft wird vom Kreis angemietet und der Awo zur Verfügung gestellt, die sich um die Betreuung kümmert.

Besonders in Erinnerung geblieben ist allen Beteiligten der erste gemeinsame Abend. Um sich kennenzulernen und einen schönen Empfang zu geben, wurde ein Abendbrot organisiert. Gesellig und in einer großen Runde hatte man den Abend verbracht. Bei so viel Hilfsbereitschaft fühlen sich die neuen Gemeindemitglieder sehr willkommen. Fatima erzählt: „Wir wurden hier sehr warm und herzlich begrüßt.“ Auch die Helfer berichten von der Dankbarkeit, die ihnen bei der Arbeit täglich begegnet.

Von Selina Kaiser

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