Ratlosigkeit im Bergwildpark Meißner – Luchs nicht bestätigt

Tötungsserie im Wildpark hält an: Jetzt Känguru geköpft

Germerode. Bereits zum vierten Mal innerhalb von drei Monaten ist im Bergwildpark Meißner bei Germerode ein Tier gerissen worden. Pfleger entdeckten in der Nacht auf Mittwoch ein lebloses Bennett-Känguru – der Kopf und das linke Schulterblatt fehlten.

Welches Raubtier dafür verantwortlich ist, steht auch wie bei den vorausgegangenen Tötungen nicht fest. Im August wurden erstmals die Überreste eines Damwilds gefunden, Anfang Oktober dann ein zerfleischtes Nandu. Und erst vor drei Tagen ist eine Damwildkuh tot aufgefunden worden. „Einen Luchs halte ich nicht für den Täter“, sagt der Luchsbeauftragte des Werra-Meißner-Kreises Ralf Meusel. Bei dem Nandu wurde diese Einschätzung durch den Arbeitskreis Hessenluchs geteilt, sowohl der Kadaver des vor drei Tagen getöteten Damwilds als auch der des Kängurus sollen jetzt in der Pathologie der Universität Gießen untersucht werden. Die Ergebnisse werden frühestens in drei Wochen erwartet.

„Wir sind ratlos“, gibt Hans-Dieter Müller, Erster Beigeordneter der Gemeinde Meißner, zu. Denn der zwei Meter hohe Zaun rund um den Bergpark sei intakt, auch der des Geheges der Kängurus sei nirgends beschädigt gewesen. Der sei zum einen engmaschig, zum anderen ebenfalls nochmal zwei Meter hoch. Ein Luchs wäre durchaus in der Lage, darüber zu springen – die abgetrennten Körperteile entsprechen aber nicht seinem Beuteverhalten. „Der kommt, um sich die guten Stücke wie das Muskelfleisch zu holen“, erklärt Rainer Stelzner, Vorsitzender des Jagdvereins Hubertus.

Ausschließen möchte er den Luchs dennoch nicht, weil es auch an Alternativen fehlt: Ein Wolf wurde von den Jägern in den heimischen Wäldern noch nicht gesichtet, Füchse sind nach Stelzner nicht in der Lage, einen zwei Meter hohen Zaun zu überspringen. „Das ist alles schon sehr rätselhaft.“

Von Constanze Wüstefeld

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