Restkarten zu verschenken

Verein will Bedürftigen Teilnahme am Kulturleben ermöglichen

Landrat Stefan Reuß, Hilde Rektorschek und Sylvia Weinert stellten den Kulturschaffenden die Idee der Kulturloge vor.

Eschwege. Menschen mit wenig Geld die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen ermöglichen - das ist die Idee der Kulturloge. Jetzt wurde das Marburger Projekt im Kreis vorgestellt.

Der Verein Kulturloge wurde 2010 in Marburg gegründet, jetzt hat die Vorsitzende des Vereins, Hilde Rektorschek, den Kulturschaffenden im Werra-Meißner-Kreis die Idee erklärt.

„Jeder Mensch hat das Recht auf Kultur“, erklärte Rektorschek, die das Konzept der Kulturloge erarbeitete. Deutschlandweit gibt es mittlerweile über 30 weitere Orte, die das Konzept übernommen haben. „Bei vielen Kulturveranstaltungen bleiben Plätze unbesetzt, wir vergeben Eintrittskarten an Menschen, die sich den Besuch nicht leisten können“, sagte Rektorschek. Zielgruppe sind Menschen, die nur über ein geringes Einkommen verfügen, wie etwa Alleinerziehende, Familien mit kleinem Einkommen, Senioren mit Mini-Rente in Altenheimen, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger oder Menschen mit Mini-Jobs. Anmelden kann man sich persönlich über einen Sozialpartner, der bestätigt, dass sich der Gast keine Karten selbst leisten kann. Besonderes Augenmerk legt die Kulturloge auf Kinder, die in der Schule schnell zu Außenseitern werden können, wenn sie nicht mitreden können und keine Möglichkeit haben, selbst ihre Lebenssituation zu verändern.

„Die Kulturloge erhält keinen Einblick in die wirtschaftliche Lage ihrer Gäste, alles findet ganz anonym statt“, sagte Rektorschek. Anschließend können sich die Kulturgäste für Veranstaltungen anmelden und die Kulturloge vermittelt die Karten dann telefonisch im Vorfeld an die Kulturgäste und die Karten werden auf den Namen des Gastes hinterlegt. „Wie viele Karten wir von den Veranstaltern zur Verfügung gestellt bekommen ist immer unterschiedlich, die Reaktionen der Gäste auf unseren Anruf ist immer großartig.“ Egal ob Theater, Konzerte oder Kinofilme, die unterschiedlichsten Veranstalter geben nicht verkaufte Karten in Marburg und den anderen Städten an die Kulturloge ab und ermöglichen damit den Besuch einer kulturellen Veranstaltung.

Der Werra-Meißner-Kreis würde gerne eine Kulturloge initiieren: „Das erste Feedback der Kulturschaffenden war sehr positiv, wir werden sehen, wie sich das Thema weiterentwickelt“, erklärte Sylvia Weinert, Kulturbeauftrage des Kreises. (sb)

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