Vier Kriterien waren in Germerode für Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ wichtig

Wurde mit der Mohnschnecke durchs Dorf gefahren: die Bewertungskommission. Foto:  Wüstefeld

Germerode. Am Freitag gab es hohen Besuch in Germerode: Weil sich das Dorf bei dem Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" für die Bundesebene qualifiziert hat, war eine Bewertungskommission zu Besuch.

Die Fahrt durch Germerode war schon fast zu Ende, als sich die Kommissionsmitglieder doch nicht mehr zurückhalten konnten: Während der Besichtigung des Klosters wurden eifrig die Handys gezückt und Aufnahmen gemacht. Anschließend ging es weiter im Programm: Der Dorfladen sollte noch gezeigt und das ehrgeizige Projekt, das alte Lehrerhaus mitten im Ort in barrierefreie Wohnungen umzubauen, vorgestellt werden.

Unter 2400 Dörfern hat es Germerode mit 32 weiteren Orten aus der Bundesrepublik in das Finale des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ geschafft, gestern wurde der Meißner-Ortsteil von einer 13-köpfigen Kommission besucht. „Wir schauen, wie viel hier aus eigenem Impuls für die Zukunft getan wird“, sagte Dr. Reinhard Kubat, der Landrat im Kreis Waldeck-Frankenberg ist und der Kommission vorsitzt. Festgemacht wird das an vier Kriterien:

1.Wirtschaftliche Entwicklung: „Die hängt davon ab, ob sich die Wirtschaft aufstellen kann, ob es Arbeitsplätze und Zukunftschancen gibt“, erläutert Kubat. Heutzutage spiele da auch die Internetgeschwindigkeit mit hinein. Germerode hat die Arbeitsplätze mit mehreren ortsansässigen Firmen zu bieten, hat mit dem Dorfladen Punkte sammeln können. „Und schon jetzt gibt es mit dem Projekt der barrierefreien Wohnungen wieder ein nächstes Ziel, das umgesetzt werden soll“, lobt der Kommissionsvorsteher.

Noch bis zum 7. Juli reist die Kommission durch Deutschland. Einen Tag später sollen die Preisträger bekannt gegeben werden. Am 27. Januar werden die dann während der Internationalen Grünen Woche in Berlin ausgezeichnet.

2.Soziale Netzwerke: Wie sieht es mit der Umsorgung für die ältere Bevölkerung aus, gibt es einen Kindergarten, eine Schule, einen Arzt? Und, ganz aktuell: Werden die im Ort lebenden Flüchtlinge mit in das Dorfgeschehen eingebunden? „Hinsichtlich der letzten Frage haben wir in diesem Jahr auch einen Sonderpreis ausgelobt“, sagt Kubat. Auf den schielt Germerode natürlich auch, gezeigt wurden aber natürlich auch die anderen Bausteine wie die Projekte der Kindergartenkinder im Klostergarten und die geplanten barrierefreien Wohnungen.

3.Baugestaltung: Reetdächer im Emsland, Fachwerk in Nordhessen: „Man kann schon erkennen, wo man gerade ist“, sagt Kubat. Geachtet werde deshalb darauf, wie sorgsam mit dem vorhandenen traditionellen Baugut umgegangen wird.

4. Grünbereich: Mit einer extra Mohnschnecke wurden einige der Kommissionsmitglieder auf eine Tour durch Germerodes Landschaft geschickt. Dort konnten sie sich einen Einblick darüber verschaffen, wie das Dorf in die Natur eingebunden wird. Zusammengetroffen ist man mit den restlichen Kommissionsmitgliedern, die sich derweil unter anderem den Wasserspielplatz, den Sportplatz, das Mohnkino und die Landmetzgerei Henning angesehen haben, an der Mohntenne. „Dass hier mit diesem Produkt ein so gesonderter Weg gegangen wird, punktet natürlich“, verrät Kubat. „Für einen so kleinen Ort ist hier generell eine Menge los.“

Bewertungskommission besucht Germerode für Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft

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