Weidenhäuser sucht vom Schicksal getroffenen Menschen, um zu helfen

Will anderen helfen: Marc Müller aus Weidenhausen hat selbst ein Jahr voller Schicksalsschläge hinter sich und konnte sich auf die Unterstützung seiner Freunde verlassen. Foto:  Wüstefeld

Weidenhausen. Marc Müller aus Weidenhausen sucht vom Schicksal getroffene Menschen, denen er helfen kann: "Ich möchte sie ein Jahr land vor allem mental unterstützen", sagt der 45-Jährige.

Marc Müller hat ein klares Bild von der Gesellschaft: Die Menschen müssen sich gegenseitig unterstützen und helfen. Umso mehr freut es den 45-Jährigen aus Weidenhausen, dass ihm genau das widerfahren ist: Die mentale Hilfe seiner Freunde machte es ihm möglich, einige Schicksalsschläge in diesem Jahr zu verkraften und sich wieder aufzurichten. Diese Art der menschlichen Hilfe möchte er nun an andere weitergeben.

Das Projekt 

„Ich habe mir überlegt, ein Jahr lang jemanden zu begleiten, der Hilfe braucht“, erzählt der Weidenhäuser, der den Antrieb für diese Aktion ganz klar in seinem Erlebten sieht. Groß einschränken möchte er den Kreis dabei nicht, es könne sich sowohl um einen Familienvater handeln, der sich plötzlich allein um seine drei Kinder kümmern muss oder um eine Einzelperson, die aufgrund einer Krankheit keine Behördengänge oder Einkäufe mehr machen kann. „Diesen Menschen soll einfach eine Hand gereicht werden.“

Müller selbst verfüge über ein großes Netzwerk an Kontakten, auf das er immer wieder zurückgreifen könne, sollte er selbst einmal mit seinem Latein am Ende sein. Zusätzlich zu dieser aktiven Hilfe stellt der 45-Jährige 1000 Euro zur Verfügung. „Um die geht es aber nicht primär, für manche Sachen wird das Geld dann aber doch benötigt.“

Der Aufruf 

Finden möchte Müller jemanden aus dem Altkreis Eschwege, „den das Schicksal eiskalt erwischt hat“. Wer eine Einzelperson oder eine Familie kennt, die deshalb auf eine mentale Unterstützung angewiesen sind, können diese ab sofort bei der Werra-Rundschau vorschlagen: Bitte bis zum 15. Dezember eine Mail mit einer kurzen Angabe zur vorgeschlagenen Person/Familie und Kontaktdaten an redaktion@werra-rundschau.de schicken. Die Redaktion entscheidet dann zusammen mit Marc Müller, wer die menschliche Hilfe ein Jahr lang erhält.

Die Begleitung

Zwei Wünsche sind es, die Müller mit der Aktion verbindet: Zum einen möchte er der hilfsbedürftigen Person eine Stütze sein und dafür sorgen, dass man sich wieder aufrappelt, zum anderen hofft er auf Nachahmer. „Deshalb soll das Projekt durch die Zeitung über das Jahr hinweg begleitet werden, womit die Familie oder die Person einverstanden sein müsste“, sagt der 45-Jährige.

Von Constanze Wüstefeld

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