Bei Abterode wurden zwei Felder wegen ihres Kräuterreichtums unter Schutz gestellt

Ein Acker für die Vielfalt

Alles blüht: Thomas von Elsen (rechts) hat auf dem jetzt unter Schutz gestellten Acker bei Abterode eine seltene Pflanze, den unscheinbaren gezähnten Feldsalat gefunden. Biobäuerin Steffi Gilbert (2. v. l.) bestellt die Fläche. Fotos:  D.S.

Abterode. Die 100 Äcker der Vielfalt sind um zwei Felder reicher. Bei Abterode wurden gestern zwei Felder mit einer Größe von zusammen etwa einem Hektar wegen ihrer großen Zahl von Ackerwildkräutern in das bundesweite Schutzgebietsnetz aufgenommen.

„In den letzten Jahrzehnten sind wegen der chemischen Unkrautbekämpfung immer mehr Kräuter von den Äckern verschwunden, heute steht jedes Ackerwildkraut auf der roten Liste“, sagt Thomas von Elsen, Projektleiter des Projekts „100 Äcker für die Vielfalt“. Deshalb seien dauerhafte Schutzkonzepte notwendig. In der Tat seien in Deutschland bereits 130 Äcker unter Schutz gestellt worden.

Die beiden Felder am Krösselberg, direket am Wanderweg P 2 gelegen, beherbergen neben den häufig vorkommenden Pflanzen wie Kornblume, Rittersporn und Kamille auch seltene, ja in dieser Region schon für ausgestorben gehaltene Arten wie das Rispenlieschgras und den gezähnten Feldsalat. Der Effekt ist schon rein optisch auffallend: Überall auf der Fläche leuchtet es rot, blau, gelb und weiß.

Betreut werden die Äcker von Biolandwirtin Steffi Gilbert aus Frankershausen. „Im Herbst werden die Felder umgepflügt und im nächsten Jahr Dinkel darauf angebaut“, sagt sie. Auf die Verwendung von Dünger und Unkrautvernichtungsmittel werde sie vollständig verzichten.

Mindestens 15 bis 20 Jahre soll das Land so bewirtschaftet werden, sagt Abterodes Bürgermeister Friedhelm Junghans. Das Gelände gehört der Gemeinde, sie hat es an die Bäuerin verpachtet. Damit auch Wanderer wissen, was sie sehen, steht eine Informationstafel am Rand des Feldes.

www.schutzaecker.de

Von Dieter Salzmann

Kommentare