Imker Gerhard Sporer aus Vockerode fehlen jetzt vier seiner Bienenvölker

Diebe stehlen Honigbienen

Vier Bienenvölker fehlen: Imker Gerhard Sporer aus Vockerode zeigt auf die leeren Holzböcke, auf denen die Bienenwohnungen standen. Rechts im Bild ist solch ein Bienenstock zu sehen. Foto: Ziemann

Meissner. An einem idyllischen Fleckchen Erde, am Weinberg nahe der alten Kirchenruine in Abterode stehen umringt von Vogel-Kirschen und Robinien die Bienenstöcke von Imker Gerhard Sporer aus Vockerode.

„Das ist einfach nur dreist.“

Gerhard Sporer

Doch die Idylle wurde frech gestört: Als der Imker dort an einem Sonntag im März nach dem Rechten sehen wollte, traf ihn fast der Schlag: Vier seiner Bienenvölker waren von unbekannten Tätern gestohlen worden. „Das ist einfach nur dreist“, sagt Sporer. „Ich kann mich in so eine Tat gedanklich gar nicht hineinversetzen.“

Sporer vermutet, dass die Bienendiebe nachts gekommen sind, um die Insekten in ihren Holzkästen unbemerkt zu stehlen. Außerdem ist im Dunkeln kein Flugbetrieb und die Tiere befinden sich im Ruhemodus. „Die Diebe müssen das Flugloch an den Kästen mit Klebeband verschlossen und die Bienenvölker dann mit einem Auto abtransportiert haben“, sagt der Imker. In so einem Holzkasten können sich je nach Jahreszeit 10 000 bis 40 000 Honigbienen befinden. „Im Moment wiegen die Bienenstöcke 30 bis 40 Kilogramm, doch das Gewicht nimmt in dieser Jahreszeit stetig zu.“

Der Eschweger Polizei sind Bienendiebstähle nicht unbekannt. „So etwas kommt leider ab und zu mal vor, ist aber nicht an der Tagesordnung“, sagt Polizeisprecher Reiner Lingner. „Ich vermute, dass die Diebe entweder Imker sind, oder sich zumindest mit Bienen auskennen.“

100 Bienenvölker

Gerhard Sporer bewirtschaftet insgesamt 100 Bienenvölker, die auf zehn Standplätze im östlichen Meißnerland verteilt sind. Der Imker achtet darauf, dass die Plätze in Dorfnähe sind, damit er selbst und die Anwohner ein Auge auf die wertvollen Insekten haben können. Deshalb vermutet er, dass die Täter nicht aus der Gemeinde Meißner kommen. „Es würde auffallen, wenn hier auf einmal jemand Bienenvölker bewirtschaftet, der vorher keine oder jedenfalls weniger hatte“, sagt er. Gerhard Sporer, der den Honig seiner Bienen zum Beispiel auf dem Wochenmarkt, an Bäckereien, Lebensmittelläden und auch an Großhändler verkauft, muss nun mit dem Verlust seiner Bienen leben. „Die Sache ist sehr ärgerlich und trifft mich“, sagt er. „In der Bewirtschaftung fehlen mir die vier Völker jetzt.“

Die gestohlenen Bienenwohnungen sind braun lasierte Holzkästen mit quadratischer Grundfläche und verzinkten Blechdeckeln (genaue Bezeichnung Zwölfer Dadant-Beuten). Der wirtschaftliche Schaden des Diebstahls beläuft sich auf etwa 1400 Euro.

Polizei bittet um Hinweise

Hinweise zu dem Diebstahl an die Eschweger Polizei unter der Tel. 0 56 51/92 50.

Von Theresa Ziemann

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