Zirka 400 Teilnehmer zog es zum Motorradfahrer-Gottesdienst auf den Meißner

Echte Biker beten auch im Regen

Überraschungsgast: Pfarrer Rüdiger Gild mit Frau Eva. Er hat 1994 den Gottesdienst ins Leben gerufen.

Hoher Meissner. Elf Grad und kein Regen! Aus dieser auf Hoffnung gründenden Wettervorhersage von Pfarrer Ralph Beyer wurde nichts. Bei Standardwetter mit leichtem Regen und Nebel auf dem Meißnerplateau ging am Samstagnachmittag die 20. Auflage des Motorradfahrergottesdienstes über die laubgesäumte Bühne des großen Parkplatzes. Um die 400 Maschinen wurden gezählt, das über Jahre abgehärtete Stammpublikum füllte die Reihen.

Ein Toter, 17 Verletzte und viermal Alkohol im Spiel, zitierte Pfarrer Beyer aus der Polizeistatistik 2012 für den Werra-Meißner-Kreis. Gedenken an die Opfer und der Dank, selbst die Saison heil überstanden zu haben, das ist von Beginn an Sinn der Veranstaltung.

Gott gibt Kurvenhalt und Bodenhaftung, er sorgt dafür, dass die Schutzengel der Biker keinen Ruhetag haben, predigte Ralph Beyer.

Gesungen wurden das vertraute „Ich bin ein Gast auf Erden“ und u. a. „Bad moon rising“.

In der ersten Reihe saß wie seit zirka 15 Jahren Hartmut Backhaus aus Gerberhausen. Er trägt alle seitdem verteilten Liedtextzettel bei sich und gehört zu denen, die im Anschluss mit dem Helm auf Kollektensammlung gehen.

Zwischen Zweirädern und Trikes war das russische Motorrad M 72 mit Seitenwagen der absolute Blickfang dieses Mal. Ein Nachbau der BMW R 71, wie Besitzer Fredi Eckhardt aus Werleshausen erzählt.

Begehrter Gesprächspartner am Rande war Pfarrer Rüdiger Gild. Er hat im Oktober 1994 den ersten Gottesdienst für Motorradfahrer veranstaltet und es sich nicht nehmen lassen, mit Ehefrau Eva zum 20. Geburtstag „seines Kindes“ auf den Meißner zu kommen. Es hat ihm gefallen.

Von Helmut Mayer

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