Schutzschirm-Haushalt wird wohl eingehalten

Gemeinde Meißner liegt voll im Soll

Wolfterode. Die Gemeinde Meißner ist nach einem Zwischenbericht aus dem 1. Halbjahr 2013 weiter auf Kurs, den im vergangenen Jahr aufgestellten Haushaltsplan unter Schutzschirmbedingungen einzuhalten. Das berichtete Bürgermeister Friedhelm Junghans während der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus von Wolfterode.

„Trotz voraussichtlicher Einnahmeverluste von 30- bis 40 000 Euro durch den Bergwildpark Meißner und 30 000 Euro weniger Einkommensteuer kann der im Schutzschirmvertrag vereinbarte Abbaupfad nach derzeitigem Stand eingehalten werden“, sagt Junghans. Im Gegenzug hat der Gemeindevorstand weitere Konsolidierungsmaßnahmen eingeleitet. Ab 1. Oktober fällt eine Stelle beim Bauhof weg. Die Gemeindebücherei in Germerode wurde geschlossen und die Räume stattdessen an ein Friseur- und Nagelstudio vermietet. Für die Zusammenarbeit mit der Stadt Eschwege in den Personalabrechnungen wird ein Zuschuss von 25 000 Euro erwartet. Außerdem wird die Falknerei im Bergwildpark zum Jahresende geschlossen.

Die Gemeindevertretung von Meißner hat an diesem Abend zum ersten Mal einen Bebauungsplan für den Bergwildpark Meißner beschlossen. Die Abgeordneten haben einstimmig für den Plan votiert. Damit sollen „planungsrechtliche Voraussetzungen für weitere Vorhaben“ geschaffen werden. Der Wildpark ist jetzt in sechs Sondergebiete wie Eingang, Lagerplatz und Werkstätten des Betriebshofes, den Wildpark selbst und ein Rückzugsbereich des Wildparks eingeteilt. Außerdem wurden 3000 Quadratmeter als zusätzlich bebaubare Fläche freigegeben. Sie ist damit auf 22 160 Quadratmeter angewachsen.

In der Gemeinde Meißner gibt es jetzt zwei neue Straßen. Die Versammlung hat beschlossen, die Zufahrtsstraße zur Schreinerei Felmeden und zum Kalkwerk Köhler in Vockerode jetzt „Hinter den Höfen“ zu nennen. Der Zufahrtsweg zum Jugenddorf oberhalb Vockerodes heißt ab sofort „Am Kupferbach“. Beide Straßennamen haben sich an der Gemarkungsbezeichnung orientiert.

Der Hinweis auf eine Namensgebung hat etwas mit der technischen Weiterentwicklung zu tun. Die Schreinerei, das Kalkwerk, das Jugenddorf und das Feuerwehrheim konnten ohne Straßennamen durch moderne Navigationssysteme nicht gefunden werden. Für alle Beteiligten, die häufig von ortsunkundigen Kunden und Lieferanten angefahren werden, ein Ärgernis. Für die Gemeinde entstehen durch die Umbenennung keine rechtlichen Konsequenzen oder Pflichten.

Von Tobias Stück

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