Bergwildpark Meißner hat neue Tiere erhalten – Im Juni kommen Bennett-Kängurus dazu

Hochland-Rinder sind jetzt da

Verstecken sich im Gebüsch: Die schottische Hochlandrind-Kuh mit ihrem geborenen Kalb (großes Bild) im Bergwildpark Meißner. Bevor diese Rasse als Nutztier gehalten wurde, war der Wald ihr natürlicher Lebensraum. Zwei Wollschweine (kleines Bild) sind seit einigen Wochen im Park. Diese ungarische Schweinerasse fällt auf durch ihr ungewöhnliches Haarkleid mit lockigen Borsten und Unterwolle. Fotos: Hörcher

Meißner. Auf dem Gelände der ehemaligen Falknerei im Berwildpark Meißner haben seit vergangener Woche neue Tiere ein Zuhause gefunden. Sie sind groß, rot-braun und haben ausladende Hörner. Eine zottelige Mähne verdeckt meistens ihr Gesicht. Die Rede ist von den schottischen Hochland-Rindern. In der Herde sind drei Kühe, ein Bulle und – seit Mittwoch Nacht – auch ein neu geborenes Kalb.

„Es ist eine sehr eigentümliche Rinder-Rasse. Die sind ziemlich abgehärtet, tendeziell aber mehr wäremempfindlich als kälteempfindlich“, sagt Karlheinz Giesen, Pressesprecher des Parks. Die Tiere gehören einem Züchter aus Vockerode, der sie dem Park leihweise für den Sommer zur Verfügung stellt. Im Winter kommen sie wieder zu ihrem Eigentümer.

Bereits seit einigen Wochen im Park sind zwei Wollschwein. Im Juni sollen noch Bennett-Kängurus dazukommen. Die Kängurus sind von einem hemischen Züchter, ursprünglich stammt die Rasse von der Insel Tasmanien. „Die Jungen sind momentan noch so klein, dass sie den Beutel der Mutter nicht verlassen“, erklärt Giesen.

Alte Haustier-Rassen

„Die Tiere sind Teil des neuen Konzepts des Wildparks“, erklärt Giesen. „Wir wollen mit Hochland-Rind und Wollschwein mehr alte Haustier-Rassen im Park unterbringen“, sagt er. Natürlich sei das alles kein Ersatz für die Falknerei. Aber man hat in diesem Jahr eine „gewisse Durststrecke“, die man durch neue Attraktionen überbrücken müsse. „Wir leben momentan noch von der Hand in den Mund. Es gibt noch keine längerfristige Planung, wo es mit dem Park hingehen soll.“

Im Förderverein, der den Park trägt, werde unter anderem diskutiert, einen der beiden Teiche zu einem Fischotter-Teich umzugestalten.

Mai war bisher regnerisch

„Für Kinder wäre das toll, weil Fischotter sehr anmutige Tiere sind, die viel spielen, wenn sie Junge bekommen“, sagt Giesen. Damit ein solcher Teich möglich sei, müsse man noch gewisse gesetzliche Vorgaben erfüllen.

Im vergangenen Jahr hatte der Wildpark mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen. „Etwa 35 000 Besucher sind gekommen“, sagt Friedhelm Junghans, Bürgermeister der Gemeinde Meißner. 40 000 wären nötig, damit der Park sich selbst tragen kann. Als Grund für den Besucherschwund nennen sowohl Junghans als auch Giesen den verregneten Frühling im vergangenen Jahr. Der Bürgermeister erklärt, er sei optimistisch, dass man in diesem Jahr die 40 000 Besucher wieder erreiche.

Giesen äußerte sich gegenüber der Werra-Rundschau nicht ganz so optimistisch: „Ich wage noch keine Prognose, was die Besucherzahlen für dieses Jahr angeht.“ Das Wetter im Mai sei bisher eher nicht so gut gewesen.

Von Marc Hörcher

Kommentare