Vockerode: Anonyme Anzeigen wegen angeblich ausgemergelter Tiere im Haus von Doris Kreuzer

22 Katzen sorgen für viel Ärger

Doris Kreuzer

Vockerode. Zugegeben, sagt Doris Kreuzer, in dem Haus in der Schwalbenthaler Straße in Vockerode rieche es etwas. „Bei 22 Katzen ist das ja aber auch nicht weiter verwunderlich." Ansonsten aber, sagt die 63-Jährige, gehe es ihren Tieren gut.

Deshalb verstehe sie nicht, warum sie kürzlich bereits zum zweiten Mal beim Veterinäramt angezeigt worden ist. Anonym.

„Man wirft mir vor, dass ich hier ausgemergelte und verletzte Tiere hätte“, gibt sie die Information vom Veterinäramt weiter. Das sei jedoch nicht der Fall: „Ich mache hier jeden Tag sauber, streue die Katzenklos aus und kontrolliere die Futterboxen.“ Und sei eines der Tiere einmal krank, würde sie damit einen Arzt aufsuchen.

Dass das nicht immer ganz so geordnet war, gibt Kreuzer zu: „Angefangen hat alles mit drei Katzen, die meiner Mutter gehörten“, erzählt sie. Die hätten sich dann rasant vermehrt, zur Kastration und Sterilisation hatte die 63-Jährige aufgrund der Pflegebedürftigkeit ihrer Mutter keine Zeit: „Ich habe mich um sie gekümmert.“ Erst kurz vor deren Tod habe sie sich die auf 29 vermehrten Katzen geschnappt und habe die Vorkehrungen treffen lassen, damit sich diese nicht weiter fortpflanzen können. „Das ist seitdem auch nicht mehr vorgekommen.“ Sieben der Tiere seien inzwischen gestorben, die restlichen leben im Haus und in einem direkt daran angeschlossenen Katzenhaus, das sie vor drei Jahren hat bauen lassen. „Im Dorf laufen die also nicht rum, die Tiere jaulen nicht, stören demnach auch niemanden - dachte ich.“

„Reine Schikane“

Die Anzeige sei deshalb „reine Schikane“. Dass es den 22 Katzen aber gut gehe, bestätigte ihr das Veterinäramt. „Es war jemand hier und hat mir schriftlich gegeben, dass keine Mängel vorliegen.“ Es sei festgehalten worden, dass es weder unterernährte Tiere gebe und ausreichend Futter zur Verfügung stehe. Alles andere hätte sie auch gewundert: Ausschließlich der Katzen wegen kommt Kreuzer noch nach Vockerode, eigentlich wohnt sie schon seit Jahren in Kassel. Doch da die Tiere ihre Pflege brauchen, kann sie das Haus ihrer verstorbenen Mutter nicht aufgeben.

Was den Leuten nach Kreuzers Aussage noch missfällt: Dass sie sich auch um weitere herrenlose Katzen aus dem Dorf kümmert. „Auf dem Grundstück stehen ab und zu Futter und Wasser bereit.“

Von Constanze Wüstefeld

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