Angst in Weidenhausen: Tiere schluckten Schneckenkorn

Katzen wurden vergiftet

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Lebensrettende Maßnahme: Sollte eine Katze Vergiftungserscheinungen zeigen, muss sie sofort zum Tierarzt gebracht werden. Nach dem Entleeren des Magens muss das Tier sofort eine Infusion bekommen. Das Bild zeigt eine Katze in einer Tierklinik. Foto:  dpa

Weidenhausen. Bei Katzenbesitzern in Weidenhausen geht derzeit die Angst um. Zwei Tiere haben in den vergangenen Tagen Gift gefressen, ein Kater ist daran gestorben.

"Bei einer weiteren toten Katze weiß ich nicht, ob Gift die Todesursache war“, sagt Tierärztin Michaela Seifert.

Deren Besitzer seien davon ausgegangen, dass ihr Tier überfahren worden sei - äußere Anzeichen dafür gebe es jedoch nicht. „Bei den anderen beiden Katzen war definitiv Gift im Spiel.“ So viel, dass gestern ein Kater starb: Vorher wurde er durch Krämpfe geschüttelt, er wurde kalt und apathisch.

„Ich habe zwar noch versucht, ihn zu retten, musste den Kater dann aber einschläfern“, berichtet Seifert. Auch von einer Kollegin wisse sie, dass ein Tier mit gleichen Symptomen behandelt wurde. Eine andere Katze konnte sie retten: Weil die Besitzerin ihr krampfendes und zuckendes Tier rechtzeitig in die Praxis brachte, schlugen die Medikamente noch an. „Es ist wichtig, dass die Katzen zum Tierarzt gebracht werden und dort sofort eine Infusion gelegt wird“, sagt Seifert.

Zuvor aber müsse der Magen geleert werden. Dabei sei die Ärztin dann auch auf das Gift gestoßen: „Es waren kleine blaue Kügelchen, bekannt unter Schneckenkorn.“

Das werde von einigen Hausbesitzern auf die Beete gestreut, um Schnecken zu töten - die sind in den heimischen Gärten zu dieser Jahreszeit jedoch noch gar nicht zu finden. „Entweder hat das Gift also jemand mit Absicht ausgestreut oder die Tiere haben irgendwo eine offene Tüte gefunden. „Leider schmeckt das ziemlich gut“, sagt Seifert. Deshalb bittet sie die Hausbesitzer in Weidenhausen, nachzusehen, ob Tiere Zugang zu den blauen Körnchen haben könnten.

Bei der Polizei seien bisher drei Fälle von vergifteten Katzen bekannt, ein Ermittlungsverfahren sei eröffnet worden. Hinweise an die Polizei in Eschwege unter Telefon 05651 / 925-0.

Von Constanze Wüstefeld

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