Bürgermeister der Gemeinde kritisiert langsamen Fortschritt

Meißner: Ungeduldiges Warten auf eine Lösung

Meissner. Am Hohen Meißner bewegt sich derzeit nichts, außer dem Hang. Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans kritisiert, dass es seit vier Jahren wissenschaftlich nachgewiesen eine Gefährdung an der Ostseite des Meißners gibt, aber immer noch nichts zur Sicherung getan wurde.

„Ich habe mittlerweile sogar den Eindruck, dass man versucht, mit immer weiteren Gutachten die Brisanz aus dem Thema zu nehmen“, sagt Junghans. Seit 2010 wurden mittlerweile drei Gutachten zum Hangrutsch in Auftrag gegeben. Zwei Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass es eine erhebliche Gefährdung an der Landesstraße oberhalb von Haus Schwalbenthal gebe. Betroffen sei hier eine Strecke von 80 bis 100 Metern. In diesem Bereich sei laut den Gutachten die Bewegungsgeschwindigkeit des Hanges von 16 Millimeter pro Jahr in 2010 auf derzeit 48 Millimeter pro Jahr gestiegen. Die Gutachter empfehlen deshalb dringend, die Sicherung des Hanges in Form einer 110 Meter langen Bohrpfahlwand.

Der dritte Gutachter bestätigte ebenfalls die Hangbewegung und die damit einhergehende Rutschgefahr. Für ihn sei aber die vorliegende Datenbasis nicht ausreichend, um die in den ersten beiden Gutachten vorgeschlagene Sicherung zu empfehlen. Laut diesem dritten Gutachten soll die Bodenbewegung am Osthang weiter beobachtet und dokumentiert werden und dann unter „Berücksichtigung der technischen Möglichkeiten und finanziellen Verhältnismäßigkeit“ eine Lösung erörtert werden. Die beiden aktuellsten Gutachten liegen derzeit beim Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG), das die Ergebnisse zusammenfasst.

Laut Junghans soll es dann zum Herbst hin Gespräche über das weitere Vorgehen geben. „Die Entscheidung muss noch dieses Jahr kommen“, sagt Gabriele Aderhold, Ingenieurgeologin beim HLUG. Die Kosten für die Sicherung soll dann das Umweltministerium übernehmen. (dir/mah)

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