Bürgerenergiegenossenschaft will 80.000 Euro investieren

Meißner-Wasser wird in Energie umgewandelt

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Germerode. Die neu gegründete Bürgerenergiegenossenschaft Werra-Meißner plant den Bau zweier Kleinkraftwerke in der Wasseraufbereitungsanlage in Germerode. Rund 120.000 Kilowattstunden Strom könnten laut Klaus Rohmund, stellvertretendem Vorsitzenden der Genossenschaft, dort erzeugt werden. Die Kosten belaufen sich auf zirka 80.000 Euro, sind aber laut Aufsichtsratsmitglied Dr. Rainer Wallmann durch Genossenschaftsanteile bereits finanziert.

Nach Fertigstellung der Anlage soll diese an den Zweckverband Meißner-Verbandswasserwerk verpachtet werden. Entsprechende mündliche Vereinbarungen wurden bereits getroffen. Mit dem gewonnenen Strom soll die Wasseraufbereitungsanlage in Germerode eigenversorgt werden. Die verbleibenden etwa 60.000 Kilowattstunden werden in das Netz der Stadtwerke Eschwege eingespeist. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von zwölf Vier-Personen-Haushalten in Deutschland.

Ausgangspunkt der Energiegewinnung sind zwei Hauptwasserleitungen, die vom Hohen Meißner ins Tal führen. Das fließende Wasser wird derzeit noch durch Druckminderer gebremst, Energie geht verloren. „Genau die wollen wir jetzt auffangen und nutzen“, sagt Wallmann. Die Umwandlung erfolgt dann in den Kleinkraftwerken. Im Sommer muss dann dort wegen der geringeren Niederschläge mit Leistungsschwankungen gerechnet werden, „Der Projektingenieur Martin Rohmund hat da allerdings sehr konservativ gerechnet, wird sind da gut abgesichert“, sagt Klaus Rohmund.

Da die Eintragung der Bürgerenergiegenossenschaft derzeit noch nicht erfolgt ist, konnten entsprechende Verträge noch nicht unterzeichnet werden. „Drei bis vier Wochen wird das schon noch dauern“, sagt Klaus Rohmund. Auch die Höhe der Pacht sei noch Verhandlungssache.

Von Lasse Deppe

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