Tradition den Winter auszutreiben

Salatkirmes in Germerode: Wenn Gott Wotan tanzt

Der Tanz regiert Germerode: Als Läufer, Symbolfigur der Salatkirmes, hat Dennis Schön einen schweißtreibenden Job. Aber auch die Herren der SC Eintracht schwingen das Tanzbein.

Germerode. Die erste Kirmes im Jahr findet traditionell in Germerode statt. Und dabei ist die Salatkirmes das letzte ursprüngliche Heimatfest. Die Tradition des Läufers nämlich, der dem Zug vorausläuft, deutet auf heidnische Ursprünge des Festes hin. Der mit bunten Tüchern in heimischer Tracht geschmückte Läufer symbolisiert die germanische Gottheit Wotan, und der soll mit seinen fröhlichen Sprüngen und Drehungen den Winter endgültig austreiben. Doch christliche und heidnische Elemente mischen sich mittlerweile im Ablauf der Salatkirmes.

„Früher waren alle Teilnehmer des Festumzuges auch noch unverheiratete Paare, es war also ein Hochzeitszug“, sagt Ortsvorsteherin Ulrike Zindel. In diesem Jahr hieß das Motto des Festumzugs am Sonntag „Unser Dorf hat Zukunft“. Diese wird zwar nicht von allen Teilnehmern ganz so rosig gesehen - viele der Gruppen fragten sich auf den Plakaten besorgt, wie die Zukunft der Vereine wohl aussehen wird - doch immerhin gibt der große Erfolg des Mohnanbaus dem Dorf Hoffnung.

Nachdem die Feierlichkeiten am Donnerstag mit einer Disco begonnen hatten, spielten am Freitag die Gelstertaler zum Tanz auf, und am Samstag heizte die Liveband Sixpash auf der Tanzfläche ein. Allerdings ist nach so viel Bewegung keine Zeit für (Muskel-)Kater, denn heute gibt es ab 10.30 Uhr Frühschoppen. Um 16 Uhr schenken die Kirmesburschen dann zusammen mit dem Festwirt Freibier aus, solange der Vorrat reicht, bevor auf dem Anger ein letztes Mal getanzt wird.

Von Kristin Weber

Auftakt zur Kirmessaison: Salatkirmes in Germerode

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