Der Winter kann jetzt ruhig kommen

Bewegungsfreiheit. Das Dam- und Rotwild kann sich auf 40 Hektar frei bewegen.

Germerode. Der Winter rückt beharrlich näher und auch im Wildpark in Germerode trifft man langsam Vorbereitungen. Allerdings macht den Tieren das kalte Wetter weniger aus und so ist der Park auch im Winter geöffnet. Nur im Dezember nicht, da gibt es für die Tiere einen Monat zur Erholung.

Im Bergwildpark Germerode ist das Dammwild gerade in der Brunft. Die Mufflons folgen noch im November, während das Rotwild schon durch ist. Seit September konnten die Besucher Hirsch Hansi dabei beobachten, wie er seine Hirschkühe zusammentrieb und Nebenbuhler verjagte. „Der große Hirsch heißt seit 42 Jahren Hansi, jedoch ist es nicht das gleiche Tier“, verrät Karlheinz Giesen vom Förderverein des Wildparks. „Der größte Hirsch bekommt immer den Namen Hansi.“

Und wie soll man sich als Besucher verhalten, wenn die Tiere in der Brunft sind? „Mit Respekt, so wie man sich Tieren gegenüber immer verhalten sollte“, rät er. Im Herbst heißt es für die ehrenamtlichen Mitglieder des Fördervereins, den Park für den Winter vorzubereiten.

Rund 20 Bänke müssen noch abgebaut werden. Auch das neue Schweinehaus wollen sie in Kürze fertigstellen. Neben der Wildscheinfamilie, die mit sechs Frischlingen in ihrem Gehege nach Eicheln wühlt, werden Mini-Schweine, Woll- und Sattelschweine einziehen.

Insgesamt 4000 freiwillige Stunden leisten die Ehrenamtlichen jährlich - Arbeit, ohne die der Park nicht bestehen könnte. „Für die Tiere ändert sich im Winter jedoch nicht viel. Sie sind auch in den kalten Monaten draußen. Die Steinböcke, die Ziegen, das Wild, sie lassen sich einfach ein dickeres Fell wachsen“, sagt Karlheinz Giesen. „Im Herbst bekommen sie mehr Futter, damit sie sich Speck für die kalten Monate anfressen können.“

Über Spenden von Eicheln, Kastanien und Äpfeln, freuen sich die Tiere deshalb ganz besonders. Der Rübenkeller hingegen ist schon gut gefüllt, denn in den Wintermonaten werden dann auch Rüben als Kraftfutter an die Tiere verfüttert. Die Nandus, ein Hahn und zwei Hennen, bekommen eine Burg aus Stroh gebaut, damit es im Stall nicht zieht. „Doch stammen sie aus Südamerika und sind eigentlich auch kalte Temperaturen gewöhnt“, erklärt Giesen.

Die einzigen echten Winterschläfer gehören gar nicht zum regulären Bestand des Tierparks: Wilde Siebenschläfer sind die in Vogelnistkästen eingezogen. Bereits im September haben sie sich häuslich eingerichtet und werden bis Mai schlafen. Die Besucher aber können sich an kühleren Tagen auch im Waldwichtelhaus aufwärmen.

Bilder aus dem Widpark

Impressionen aus dem Wildpark Germerode

Hier gibt es an den Mitmachstationen viel zu lernen, über den Wald als Ökosystem, über heimische Tiere oder über den Bergbau. Ganz neu sind die präparierten Barsche, die der Angelsportverein Eschwege dem Wildpark als Dauerleihgaben überlassen hat. Ihre Mäuler starren nur so von furchterregenden, spitzen Zähnen.

Von Kristin Weber

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