Ehepaar aus Abterode droht die dritte Heizperiode, in der ihre neue Anlage nicht funktioniert

Im Winter ohne Heizung

Zu schwach: Die geforderte Temperatur von 80 Grad Celsius im Kessel erreicht die Anlage nicht. Bestenfalls sind es 60 Grad.

Abterode. Mit jedem Grad, die die Außentemperatur in diesen Tagen fällt, steigt die Angst bei Roswitha und Horst Barnekow. Sie befürchten, dass der dritte Winter ansteht, in dem sie nicht vernünftig heizen können. Denn ihre neue Holz-Heizanlage funktioniert nicht richtig. Ein Gutachter hat Fehler der Montagefirma festgestellt.

Der Entscheidende Gerichtstermin findet aber erst im Januar statt und die Firma, die die Heizungsanlage montiert hat, steht vor einer Insolvenz.

Über das Internet war das Ehepaar aus Abterode an die Installationsfirma aus Thüringen geraten. „Weil sie einen Heizkessel im Angebot hatten, der sich problemlos reinigen lässt“, erklärt Roswitha Barnekow die Entscheidung für die ihr unbekannte Firma. Doch direkt nach dem Einbau im August 2011 der Heizungsanlage, die mit Holzscheiten betrieben wird, begannen die Probleme. Die Heizkörper wurden nicht richtig warm, der Brennkessel verdreckte stark, heraus lief Teer. Auf die Anrufe bei dem Sanitärunternehmen reagierte schnell niemand mehr. Der Hersteller des Geräts verwies auf einen Montagefehler des Anlagenbauers.

Der Fehler wurde im April von einem unabhängigen Gutachter bestätigt. Matthias Stroh diagnostizierte, dass die Anlage für die Anforderung, Heizkörper und Schwimmbad zu erwärmen, nicht ausreiche. Außerdem wies er zahlreiche Montagefehler nach. Unter anderem seien die Rohrleitungen unzureichend isoliert und die Umschaltung von der Holzheizung auf den Ölbrenner funktioniere nicht. Der Betrieb der parallel installierten Ölheizung wird immer dann nötig, wenn die Barnekows nicht Holz nachlegen können. Der Gutachter kommt auf insgesamt elf Mängel. Für die Nachrüstung würde eine Gesamtsumme von rund 8500 Euro entstehen. Weil das Verfahren noch in der Schwebe liegt, dürfen die 73-Jährige und ihr Mann nichts an der defekten Heizung reparieren lassen. Das Geld würden sie anschließend nicht ersetzt bekommen.

Die Behebung des Schadens wollen die Barnekows jetzt juristisch einfordern. Die Chancen, den Prozess zu gewinnen, stünden gut, sagt ihr Rechtsanwalt David Barié Allerdings hat das Landgericht Kassel die Anhörung erst auf den 23. Januar festgelegt. Roswitha und Horst Barnekow sitzt die Zeit im Nacken. Nicht nur, dass es kälter wird, der Beklagte steht auch vor einer Insolvenz. „Ein Rechtsanwalt hat die vorläufige Vermögensverwaltung übernommen, um die Masse zu sichern und die Gläubiger zu schützen“, sagt Barié. Dadurch sinkt zwar nicht die Angst vor der Kälte, aber für die Barnekows steigt die Hoffnung, nicht auf ihrem Schaden sitzen zu bleiben.

Von Tobias Stück

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