Zu wenig Kinder: Schule soll trotzdem überleben

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Graburgschule Weißenborn

Eschwege. Voraussichtlich fünf neue Schüler und damit dann insgesamt acht oder neun Kinder würden im kommenden Schuljahr die Graburgschule in Weißenborn besuchen - weit weniger als die Mindestzahl von dreizehn, die erforderlich wäre, damit das Schulamt die Unterrichtsaufnahme genehmigen könnte.

Weil nach der Prognose aber schon im übernächsten Schuljahr wieder genügend Mädchen und Jungen eingeschult werden könnten, will das Schulamt mit einer Übergangslösung die kleine Grundschule erhalten: Die Kinder aus Weißenborn besuchen die Schule in Röhrda, werden aber in der „Außenstelle Weißenborn“ unterrichtet. Diese Konstellation ist möglich, weil mit den Schülern aus Weißenborn eine zusätzliche Klasse mit entsprechender Lehrerzuweisung in Röhrda erforderlich würde. Und die kann einfach in den Nachbarort ausgelagert werden. Der Haken: Die Eltern aus Weißenborn wollen ihre Kinder nach Wanfried schicken, wenn die Grundschule im eigenen Ort geschlossen wird. Dort wäre das Röhrda-Modell allerdings nicht möglich, weil angesichts der Schülerzahlen keine zusätzliche Klasse gebildet werden könnte. Und ganz unumstritten ist die einklassige Grundschule, in der alle vier Jahrgänge gemeinsam unterrichtet werden, bei den Eltern auch nicht. Im vergangenen Jahr hat das Schulamt Gestattungsanträge deswegen genehmigt. Eltern, die sich mit dem System nicht anfreunden wollten, konnten ihre Kinder zu einer Grundschule in einem anderen Bezirk schicken. „Grundsätzlich ist es kein Gestattungsgrund, wenn Eltern mit dem pädagogischen Konzept einer Schule nicht einverstanden sind“, erklärt Schulamtsleiterin Anita Hofmann. Sie macht deutlich, dass sich die großzügige Genehmigungspraxis aus dem vergangenen Jahr nicht wiederholen wird. Kinder aus Weißenborn müssten auch dort zur Schule gehen, wenn keine anderen wichtigen Gründe vorlägen.

Von Harald Sagawe

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