Traditionelles Spendenfest Himmelfahrt an der Boyneburg

Brot und Speck vom Lehnsherrn

Datterode. Um Land und Leute zu erlösen, ließ sie sich vom Blitz erschlagen. Und noch heute, über 500 Jahre nach dem sagenumwobenen Tod, beseelt das Vermächtnis des Burgfräuleins die Ruinen der einst so mächtigen Festung.

Viele Menschen aus der Region erinnern sich an den Wunsch des jungen Mädchens und pilgern an seinem Todestag zur Brotspende auf die hoch oben im Ringgau gelegene Boyneburg.

Zwei Datteröder entsorgen seit 26 Jahren den Müll: Elmar Wolf und Heiko Beck

Auch am Himmelfahrtstag wird Baron Otto von Boyneburgk aus Wichmannshausen die eigens für das Spendenfest bebackenen Gaben, die vor Unheil und Feuersbrunst schützen sollen, in die Menschenmenge werfen. Und die vielen Pilgerer warten mit erhobenen Armen und hoffen im Stil von Handballern Brot und Speck zu fangen. Für die Familie von Boyneburgk ist der Tag nicht nur Traditionspflege, sondern ist per Grundbuch verpflichtet den Brauch fortzuführen.

Der Tag erzählt aber noch eine weitere Geschichte. 1986 registrierten die damaligen Fußballer vom TSV Datterode, dass der Weg zur Burgruine erheblich vermüllt war, die vielen Abfälle riefen förmlich nach Entsorgung, was für die Sportler eine Selbstverständlichkeit war. Und von damals sind zwei Männer übrig geblieben, die sich seit 1987 um die Hinterlassenschaften kümmern. Elmar Wolf und Heiko Beck haben auf der drei Kilometer langen Wanderroute fünf Stationen zur Abfallentsorgung eingerichtet. „Wir freuen uns, dass sie gut angenommen werden. Das Umweltbewusstsein vieler Bürger hat sich zum Positiven verändert, die Mengen an Unrat sind deutlich weniger geworden“, erklärt Elmar Wolf, der mit seinem Freund Heiko Beck bereits alle Vorkehrungen für den morgigen „Vatertag“ getroffen hat.

„Die Einführung vom Dosenpfand hat ebenfalls zum reduzierten Abfall beigetragen“, sagt Heiko Beck und spannt den Bogen zum Weg durch das dortige Naturschutzgebiet: „Auch dieser Bereich wird von uns sauber gehalten“, so die beiden ehrenamtlichen Helfer aus Datterode unisono.

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