Von Cancan bis Rock’n’Roll

Mitglieder des Männerballetts Renda überzeugen mit ihren Tänzen

Im Tutu: Marko Brüßler mit vollem Einsatz auf der Bühne – in den typischen Frauenkostümen des Männerballetts „Dancing Swans“. Seit 29 Jahren sind die Auftritte der insgesamt 15 Tänzer der Renner in Renda. Fotos: Spanel (1)/ Markus Schwarz(1)/nh

Renda. Exklusivität ist ein seltenes Gut: Diese Erkenntnis haben die Mitglieder des Männerballetts „Dancing Swans“ aus Renda zur Basis ihres Erfolges gemacht. Denn allgegenwärtig und beliebig waren ihre Auftritte nie, und so sind die augenzwinkernd-humorvollen, sorgsam choreografierten Tänze seit nunmehr 29 Jahren die Publikumsmagnete schlechthin in dem Ringgauer Ortsteil.

„Die Nachfrage aus den umliegenden Orten ist ungebrochen hoch, doch meist lehnen wir diese Auftrittsanfragen ab“, sagt Marko Brüßler, Vorsitzender der Schautanzgruppe. „Wir wollen etwas ganz Eigenes für Renda bewahren und besonders bleiben.“ Der einzig fixe Termin sei so Jahr für Jahr der Auftritt vor voll besetztem Zelt zur Rendaer Kirmes. Und auch zum Dorfabend oder zu größeren Festen werden Tutu, Bastrock und Co. gern aus den Schränken geholt.

Kostüme aus der Türkei 

„Die Kostüme werden zu einem Großteil selbst genäht“, sagt Brigitte Biehl, von 1987 bis 2012 die einzige Frau inmitten der Männertruppe. Sie studierte bei regelmäßigen Trainingstreffen die Schautänze mit den Aktiven ein – unermüdlich Woche für Woche, vor Großauftritten sogar häufiger. Jedes Jahr habe sie sich einen neuen Tanz erdacht, erinnert sich Biehl – vom „Zillertaler Hochzeitsmarsch“ über den „Französischen Cancan“ bis hin zum actionreichen „Rock’n’Roll“, für den eigens Salti in der Herleshäuser Sporthalle geübt worden waren, war alles dabei.

In Zivil: Mitglieder des Männerballetts Renda, eingerahmt von den Trainerinnen Brigitte Biehl (links) und Julia Schulz (rechts).

„Für den Bauchtanz haben wir sogar Kostüme aus der Türkei organisiert“, erinnert sich Wolfgang Görk, der zwar kein aktiver Tänzer mehr ist, aber passives Mitglied bleibt. „Die Verbundenheit mit dieser großartigen Gruppe kann man einfach nicht ablegen“, erklärt Görk und lächelt. Nachwuchssorgen hat das Männerballett übrigens keine: 15 Rendaer tanzen aktiv, zwölf sind in die Altersabteilung gewechselt. „Pro Jahr gewinnen wir zwei neue Tänzer dazu, sodass die Gruppe über die Jahrzehnte konstant gleich stark geblieben ist“, sagt Marko Brüßler.

Den Altersrekord hält Gründungsmitglied und aktiver Tänzer Heinrich Stüber mit 75 Jahren – seinen Gegenpol wird wohl ein 17-jähriger Rendaer bilden, der nach dem letzten Auftritt Interesse angemeldet hat. Und auch eine Frau hat die gutgelaunte Truppe wieder gewinnen können: Seit dem Ausscheiden von Brigitte Biehl hat Julia Schulz das Training der Männer übernommen – und der Erfolg gibt ihr Recht.

Von Emily Spanel 

Männerballett "Dancing Swans" aus Renda

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