Wandervoll: 1500 Menschen laufen über den P13 

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Die Initiatoren: Ute Langlotz und Werner Mest.

Grandenborn. Grandenborn schaffte es, mehr Wanderer auf den Premiumwanderweg 13 zu locken als die Mitbewerber Lindenfels, Poppenhausen und Runkel zusammen. Fast 1500 Menschen wanderten durch den Ringgau.

Schon am frühen Morgen, als die Grandenbörner und HR-Mitarbeiter mit dem Aufbau anfingen, zeigte sich der Ringgau von seiner schönsten Seite: Im Sonnenlicht glitzernder Nebel zog sich durch das Netratal. „Da wussten wir, es würde etwas Besonderes geben an jenem Tag“, erinnert sich Mest, der den P 13 zusammen mit seiner Frau Ute Langlotz zum Wettbewerb angemeldet und die komplette Organisation im Vorfeld ehrenamtlich übernommen hatte.

Um 9 Uhr sollte es losgehen, eine Stunde vorher standen die ersten Wanderer schon am Start. In einer Riesenkolonne schoben sie sich den Wanderweg entlang. „So etwas habe ich noch nie zuvor erlebt“, sagt Ute Langlotz.

Und sie traten gegen eine große Konkurrenz an: „Die drei anderen Wanderorte arbeiten zum Teil richtig professionell mit Tourismusagenturen“, so Mest. Die „Interessengemeinschaft Wandern, Essen, Trinken“ um den 64-jährigen Renter Mest hingegen hatte null Eigenkapital zur Verfüfgung - nur die eigene Fantasie und den Mut zum Sieg.

Ganz früh schon fing Werner Mest an, die Werbetrommel für sein Wander-Event zu rühren. Er schrieb Vereine und Firmen an, setzte Artikel in thüringische und hessische Zeitungen und überzeugte den Hessischen Rundfunk von seinem Konzept, den P 13 über Sonderangebote mit dem Teichhof, der Wurst und dem Käse der Werraland-Werkstätten zu verbinden.

Den Verdacht, es könnte was werden, hatte Mest schon, als er sich selbst auf den Weg machte. Gewissheit hatte er dann an der letzten Stempelstation: „Dort hatten sie eine Strichliste geführt und bei 1200 aufgehört“, erinnert sich Mest. Der Zweitplatzierte Poppenhausen hatte es auf gerade mal 637 Wanderer gebracht.

„Es sind die schöne Landschaft, der Rundumblick auf dem Plateau und der Zusammenhalt der Ringgauer, die uns diesen Sieg gebracht haben“, analysiert Bürgermeister Klaus Fissmann stolz. Mit den 5000 Euro Preisgeld will Mest einen Verein zum Erhalt und Ausbau des P 13 gründen und weitere Aktionen durchführen.

Zuerst aber will er seinen Erfolg genießen und nichts mehr organisieren müssen.

Von Stefanie Bettinger

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