„Den Mut nie verlieren“

Heimathistoriker Karl Beck feiert am Sonntag seinen 90. Geburtstag

Vor einem selbsgeschossenen Bild der Boyneburg: Jubilar Karl Beck. Die Feier zu seinem 90. Geburtstag im Fasanenhof ist für Gratulanten offen – statt um Geschenke bittet Beck um eine Spende zugunsten der Elternhilfe für das krebskranke Kind in Göttingen. Foto: Spanel

Datterode. Seinen Scharfsinn hat Karl Beck aus Datterode nie verloren. „Die Zeit, die einem Menschen auf der Welt bleibt, muss er auch sinnvoll nutzen“, sagt der Heimathistoriker, der am Sonntag, 27. Dezember, seinen 90. Geburtstag feiert.

Dann versammelt sich die ganze Familie, inklusive seiner Ehefrau Elisabeth, der drei Kinder, sechs Enkel und drei Urenkel im Landhotel Fasanenhof – natürlich in Becks geliebtem Heimatort Datterode.

Hier kennt der gelernte Tischlermeister jedes Gebäude, jede Straße und jedes Stück Natur wie seine Westentasche. Zwei Bücher hat er bereits herausgebracht – zunächst das Werk „Aus der Geschichte meines Heimatdorfes. Erinnerungen, Bilder und Gedichte“ sowie zu Beginn des Jahres den Gedichtband „Tageszeiten, Jahreszeiten, Lebenszeiten“.

Seit 1984 erblindet 

„Meine persönliche Geschichte ist dazu geeignet, anderen Menschen Mut zu machen“, sagt der Jubilar. Denn seit einem unverschuldeten Autounfall im Jahr 1984 lebt Beck in völliger Dunkelheit. Doch resignieren ließ ihn seine Erblindung nie: „Ich musste völlig neu beginnen und etwas aus meinem Leben machen. Stillstand oder gar Aufgeben kam nie in Frage.“

Mit unermüdlichem Elan engagierte er sich seitdem für die Dorfgemeinschaft, ist etwa seit dem Jahr 1945 Mitglied der Feuerwehr Datterode. Mit Heinrich Neusüß gründete er 1946 den TSV, übernahm die Sparte Handball und ist schon seit 1966 Ehrenmitglied. Dem Männergesangverein gehört Beck seit 56 Jahren an.

Einen Großteil seiner Freizeit aber widmet er noch immer seiner wohl größten Passion – der Heimatkunde. „1959 war ich Gründungsmitglied unseres Heimatvereins und bin heute Ehrenvorsitzender“, sagt Beck stolz. „Ich möchte, dass der Nachwelt viele Erfahrungen und Lehren aus meinem langen, erfüllten Leben erhalten bleiben“, sagt er.

Für seine Familie hat er deshalb seine Lebensgeschichte, „von der Schulbank bis heute“, zu Papier gebracht – gespickt mit detailreichen Beobachtungen.

Von Emily Spanel

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