Kleiner Ort, großes Herz

Dorfgemeinschaft Grandenborn unterstützt 21 Asylbewerber mit viel Herzblut

Grandenborn. 340 Einwohner zählt der Ringgauer Ortsteil Grandenborn. Seit etwa acht Wochen leben zusätzlich 21 Asylbewerber in dem kleinen Ort. Statt mit Vorurteilen begegnen die Bewohner den Neuankömmlingen aus Albanien und dem Kosovo mit einer Welle der Hilfsbereitschaft.

Das überrascht selbst Bürgermeister Klaus Fissmann: „Dass die Toleranz der Bürger so groß ist, hat Vorbildcharakter.“ Dabei sei die positive Reaktion der Grandenborner nicht unbedingt zu erwarten gewesen, sagt Fissmann. Denn Mitte Februar habe die Unterbringung der Asylbewerber so kurzfristig organisiert werden müssen, dass für eine Informationsveranstaltung im Vorfeld keine Zeit geblieben sei.

Nur Familien untergebracht 

Infoveranstaltung für die Bürger 

Ein eigenes Bild vom Zusammenleben der Grandenborner mit den Asylbewerbern machten sich jüngst Bürgermeister Klaus Fissmann, Landrat Stefan Reuß, Ilona Friedrich als Vertreterin des Landkreises, Flüchtlingsbetreuerin Runa Aasland-Jost sowie Kindergartenleiterin Carina van der Willik. Auch 70 Bürger waren zu der Infoveranstaltung gekommen, um sich kritisch über die Flüchtlingspolitik des Landkreises auszutauschen. (esp)

„In Grandenborn sind ausschließlich Familien untergebracht“, sagt der Bürgermeister. Zurzeit leben neben zehn Erwachsenen auch elf Kinder in der Gemeinschaftsunterkunft. Das, so die Zusage von Landrat Stefan Reuß, solle auch in Zukunft so bleiben: Einzelpersonen würden anderen Unterkünften im Kreis zugewiesen. M

ittlerweile habe sich eine ganz eigene Dynamik entwickelt: „Die Landfrauen Grandenborn unterstützen die Mütter der Familien zum Beispiel beim Einkaufen“, sagt Fissmann. Die männlichen Bewohner hätten sich bei einem Arbeitseinsatz im Ort in die Gemeinschaft eingebracht. So seien zum Beispiel Bänke gestrichen und kleinere Reparaturarbeiten erledigt worden. Die Kinder würden beim gemeinsamen Toben auf den Spielplätzen gut integriert. „Darüber hinaus gibt es eine Flut an Sach-, Kleider- und Lebensmittelspenden für die Asylbewerber“, sagte Fissmann.

Wie lange die Flüchtlinge in Grandenborn bleiben, hängt vom jeweiligen Asylverfahren ab. Im Durchschnitt dauert das Prozedere acht bis zehn Monate.

Von Emily Spanel

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