„Ehe ist ein Geschenk“

Brunhilde und Reinhard Sennhenn feiern goldene Hochzeit

Vor dem Apfelbaum in ihrem wunderschönen, gepflegten Garten: das Ehepaar Brunhilde und Reinhard Sennhenn. Gern verbringen sie ihre Freizeit hier – und haben sich sogar ein eigenes Backhaus gebaut. Darin wird regelmäßig eigenes Brot gebacken. Foto: Spanel

Röhrda. An ihrem Hochzeitstag, und daran erinnern sich Brunhilde und Reinhard Sennhenn noch ganz genau, hat die Sonne vom Himmel über Datterode gelacht.

Bei bestem Wetter wurde eine familiäre, herzliche Feier im Elternhaus der Braut ausgerichtet. Auf den Tag genau 50 Jahre ist das nun her – und die Eheleute Sennhenn feiern ihre goldene Hochzeit. Wieder an einem Mittwoch, und wieder wacht die Sonne über ihnen.

„Damit enden die Parallelen“, sagt Reinhard Sennhenn mit einem Lächeln. Denn der 70-Jährige hat sich, stets mit der Unterstützung seiner Ehefrau, in den vergangenen Jahren ganz der Gemeindearbeit verschrieben. Wie kein Zweiter hat Sennhenn über Jahrzehnte hinweg das politische Leben in der Gemeinde Ringgau geprägt, hat mit seiner Präsenz unzählige Ehrenämter mit Leben gefüllt und ist bis heute einstimmig gewählter Vorsitzender der Gemeindevertretung. Brunhilde Sennhenn ist ihrerseits äußerst aktiv im Vereinsleben – beispielsweise ist sie seit über 40 Jahren im Landfrauenverein engagiert, singt leidenschaftlich gern im Gesangverein und ist Mitglied des Sportvereins. „So klein wie vor 50 Jahren wird die Feier also nicht mehr“, sagt Sennhenn augenzwinkernd – zur Feier am Samstag, 10. September, im Dorfgemeinschaftshaus von Röhrda sind allein 90 Personen geladen.

Treffen an Himmelfahrt

Kennengelernt haben sich Brunhilde und Reinhard Sennhenn an einem der malerischsten Orte des Ringgaus: der Boyneburg. „Am Himmelsfahrtstag hatte eine Wanderung zur Ruine Tradition“, erinnert sich die gebürtige Datteröderin Brunhilde Sennhenn. Beim Blick ins weite Land sei sie mit dem Röhrdaer ins Gespräch gekommen; bald darauf folgte der erste gemeinsame Besuch einer Tanzveranstaltung in Datterode – „in der damaligen Gaststätte Sachs“, weiß ihr Ehemann noch ganz genau.

Nach der Hochzeit zogen die Frischvermählten zunächst in Reinhard Sennhenns Elternhaus; im Jahr 1989 war dann ihr Eigenheim in Röhrda bezugsfertig. „Uns war die Familie immer sehr wichtig“, sagt Brunhilde Sennhenn. Zwei Söhne hat das Paar bekommen – und in der Rückschau erinnern sich die Sennhenns besonders gern an die gemeinsamen Urlaube. „Wir sind oft an Nord- und Ostsee sowie in den Bayerischen Wald gefahren, haben Zypern erkundet und waren am Nordkap“, sagt die 67-Jährige.

Eine gemeinsame Leidenschaft hegt das Ehepaar für Wander- und Radtouren – und das am liebsten in der Heimat. „Die herrlichen Wege liegen doch direkt vor der Haustür“, sagt Sennhenn – und blickt zu seiner Ehefrau. „Sie ist es, die mir immer den Rücken freigehalten hat“, sagt der 70-Jähige. Und natürlich seien die 50 gemeinsamen Jahre nicht immer von Sonnenschein geprägt gewesen – „aber so eine lange, rundherum glückliche Ehe ist doch ein Geschenk.“

Von Emily Spanel

Träger des Bundesverdienstkreuzes

Reinhard Sennhenn, der 1971 in die SPD eintrat, von 1972 bis 1974 dem Ortsbeirat von Netratal (Datterode und Röhrda) und weitere 32 Jahre dem Ortsbeirat Röhrda – davon 1989 bis 2011 als Ortsvorsteher – angehörte, steht für ehrenamtliches Engagement pur.

Seit 1981 im Ringgauer Parlament sowie im Haupt- und Finanzausschuss, hat der Betriebsschlosser und Baumaschinenführer kaum ein Amt ausgelassen, in dem er sich nicht eingebracht hat. Im Vorstand des Abwasserverbandes Wehretal-Sontratal etwa, als Mitglied im Friedhofsausschuss von Kirchengemeinde und politischer Gemeinde, im Kirchenvorstand und als Gründungsmitglied und Vorstand der Krankenpflegestation.

Auf Vorschlag von Landrat Dieter Brosey wurde Reinhard Sennhenn im Jahr 2007 das Bundesverdienstkreuz verliehen. (mö)

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