Gemeinden Ringgau und Weißenborn bedanken sich mit Grillfeier bei Bürgermobil-Fahrern

Ehrenamtliche machen mobil

Organisation: Sonja Fissmann (großes Foto, sitzend) erstellt die Fahrpläne für die ehrenamtlichen Fahrer des Bürgermobils (kleines Foto). Fotos: Archiv/Spanel

Ringgau/ Weißenborn. Zu einer fulminanten Erfolgsgeschichte hat sich das Projekt Bürgermobil in den Gemeinden Ringgau und Weißenborn in den vergangenen vier Jahren entwickelt.

Wurde das kostenlose Angebot, das sich in erster Linie an Senioren und Menschen ohne Führerschein oder Fahrpraxis richtet, in den Anfangsmonaten nur zögerlich genutzt, wurden im vergangenen Jahr bereits 1000 Fahrgäste transportiert.

Möglich macht das der unermüdliche Einsatz der ehrenamtlichen Fahrer. Zum Dank für ihr Engagement luden nun die Bürgermeister Klaus Fissmann (Ringgau) und Thomas Mäurer (Weißenborn) zur geselligen Grillfeier an die Barbarossahütte bei Datterode ein.

Bürgermobil in Zahlen 

Jahre ist das Bürgermobil nun schon zwischen den Gemeinden Weißenborn und Ringgau unterwegs.

8 Wochen im Voraus wird der Fahrplan des Bürgermobils samt Einteilung der Fahrer ausgearbeitet. Die Organisation übernimmt Sonja Fissmann vom Verein Aufwind. Fällt einmal ein Fahrer aus, springt ein Kollege ein.

10  Personen nutzen im Durchschnitt pro Vormittag das Angebot des Bürgermobils. Innerhalb eines Jahres werden somit rund 1000 Bürger der Gemeinden Ringgau und Weißenborn in ihrem Alltag

23 ehrenamtliche Fahrer sind jeweils dienstags und donnerstags für ihre Mitmenschen unterwegs. Der 24. Fahrer wird am Mittwoch, 1. Juli, seinen Dienst antreten. Bei der Auswahl der Fahrer wird insbesondere auf Zuverlässigkeit

90 Touren absolvieren die ehrenamtlichen Fahrer im Jahr. Der Fahrplan, der an den Haltestellen aushängt, wird streng eingehalten. Allerdings sind nicht alle Strecken gleichstark frequentiert.

11 445  Kilometer haben die Bürgermobil-Fahrer im vergangenen Jahr gemeinsam zurückgelegt. Nie hat es eine Panne oder einen Unfall gegeben. (esp)

Ohne das Bürgermobil könne er sich das Gemeindeleben gar nicht mehr vorstellen, sagte Fissmann. „Das Modell wurde permanent weiterentwickelt, nie hat es Stillstand gegeben“, erklärte der Bürgermeister das Erfolgsgeheimnis des Projektes. Mittlerweile erhalte er regelmäßig Anfragen von anderen Landkreisen, die das Konzept kennenlernen und ebenfalls umsetzen wollen. „Es ist vorbildlich, wie hier zwei Kommunen zusammenarbeiten“, ergänzte Amtskollege Mäurer. Gerade in Zeiten von Schutzschirm und demografischem Wandel sei das Konzept die ideale Lösung.

Auf Kurs sind die Kleinbusse seit November 2011: Immer dienstags und donnerstags werden am Vormittag jeweils zwei Runden durch beide Gemeinden gedreht. Angefahren werden zum Beispiel Apotheken, Hausärzte, Bäckereien und Einkaufsmärkte.

„Gerade ältere Menschen haben so wieder die Möglichkeit, regelmäßig zum Arzt zu gehen“, sagte Rolf Eckhardt, einer der Aufwind-Geschäftsführer. Der Verein ist gemeinsam mit der Gemeindepflegestation Eschwege-Land Kooperationspartner des Projektes Bürgermobil.

Tipps austauschen

„Viele Menschen verbinden den Arztbesuch auch gleich mit einem Einkauf“, sagte Fritz Adam aus Weißenborn, ehrenamtlicher Fahrer der ersten Stunde. In Ausnahmefällen setze er ältere Bürger mit schweren Einkaufstüten auch direkt vor der Haustür ab. „Das ist selbstverständlich und gebietet der Anstand“, sagte Adam. Die Fahrer nutzten den Nachmittag, um Tipps auszutauschen, aber auch vorhandene Probleme anzusprechen: Manche Strecken seien beispielsweise einfach noch nicht genügend ausgelastet.

Nachbesserungsbedarf gebe es auch bei der Geschlechterverteilung: Mit Karin Bauer-Blumenstiel gibt es bislang nur eine weibliche Fahrerin.

Von Emily Spanel

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