Ein gefährlicher Riese

Im Ringgau kommt der Riesen-Bärenklau verstärkt vor

Gefährlich: Wer den Riesen-Bärenklau bekämpfen will, muss sich von Kopf bis Fuß gut vor dem Pflanzensaft schützen. Foto: privat

Ringgau. Das Umweltamt informiert zum Riesenbärenklau: Hautkontakt vermeiden, fachgerecht bekämpfen.

Gemeint ist keine Märchenfigur und auch kein Phantom, sondern der aus dem Kaukasus stammende und mittlerweile auch im Ringgau vorkommende Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), auch Herkulesstaude genannt.

Er wächst im Kaukasus an Waldrändern und Bächen in Gebieten über 2300 Meter Meereshöhe, die hohe bis sehr hohe Niederschläge aufweisen. Das erklärt sein hiesiges bevorzugtes Vorkommen in Gewässernähe, an Gewässerufern sowie in feuchten Mulden und Senken. Mit seiner enormen Größe von zwei bis fünf Metern Höhe und den bis zu 50 Zentimeter breiten Dolden kann er zwischen 10 000 und mehr als 50 000 wasser- und windverbreiteten Samen pro Pflanze produzieren, die im Boden bis zu sieben Jahre überdauern können. Die Herkulesstaude macht ihrem Namen alle Ehre: Sie ist enorm konkurrenzstark und ausbreitungsfähig. Dadurch kann sie heimische Arten unterdrücken und verdrängen.

Was sie aber besonders unangenehm und bei unsachgemäßem Umgang auch gefährlich macht, sind die im Pflanzensaft und in allen Pflanzenteilen enthaltenen Furocumarine. Bei Hautkontakt kann das zu starken allergischen Reaktionen und besonders in Verbindung mit Sonneneinstrahlung zu schweren, verbrennungsartigen Verletzungen führen. Die Symptome, gerötete Hautstellen, Hautentzündungen und starke Blasenbildung, treten nicht sofort, sondern erst nach ein bis zwei Tagen auf.

Besonders Kindern sollte die Pflanze gezeigt und darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie nicht berührt werden darf. Auf gar keinen Fall dürfen die frischen, großen und hohlen Pflanzenstängel als Blasrohre verwendet werden. Die Bekämpfung von Massenbeständen ist wegen des großen Vermehrungspotenzials und des großen Aufwands bei schwierigen Geländeverhältnissen äußerst langwierig, kostenintensiv und mühsam. Dagegen sind Neuansiedlungen und kleinere Pflanzengruppen nach Möglichkeit immer sofort zu bekämpfen, da sie die Quelle für weitere Massenbestände bilden können. Im Ringgau sind Massenbestände in der Größenordnung von mehr als 1000 Pflanzen etwa aus dem Raum Renda bekannt.

Bei einer Bekämpfung, die bei kleinen Beständen auch von Laien durchgeführt werden kann, ist auf jeden Fall Schutzkleidung zu tragen, sodass der Körper und insbesondere Hände und Gesicht vor Pflanzenspritzern geschützt sind. Bei Hautkontakt sollte mit Wasser gespült werden. Bekämpfungen sollten nicht bei Sonnenschein erfolgen. Die Arbeitsgeräte sind nach Gebrauch zu reinigen, damit Pflanzensäfte und anhaftende Samen entfernt werden.

Am wirksamsten und ungefährlichsten kann die Pflanze durch Ausgraben im April oder Mai bekämpft werden, wenn das Wachstum gerade beginnt. Dabei muss die Wurzel in einer Bodentiefe von mindestens 15 Zentimetern abgestochen oder ganz ausgegraben und anschließend zum Vertrocknen in die Sonne gelegt werden. Eine spätere Bekämpfung ab Juni/Juli muss vor dem Reifen und Ausfallen der Samen erfolgen, indem zunächst die Blütendolden abgeschnitten werden.

In dichten Plastiktüten verpackt sind die Dolden über den Restmüll zu entsorgen. Anschließend werden die Stiele abgeschnitten oder gemäht. Verbleiben die Stängel an der Dolde, fördert das das Nachreifen noch grüner Samen. Daher bringt das reine Abschneiden von Dolden überhaupt nichts, wenn sie an Ort und Stelle verbleiben.

 

Das Bauamt der Gemeinde Ringgau

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