Hier geht es um die Wurst

Fachjury und Verbraucher bewerten Produkte von Fleischereien

Professionelle Jury: Die Fleischermeister Heinz Müller (großes Foto, links) und Gerhard Buss überprüfen die Qualität der Produktproben. Diese reichen von der Brühwurst über Roh- und Kochwurst (kleines Foto). Fotos: Spanel

Grandenborn. Sorgfältig schneidet Fleischermeister Heinz Müller aus Lispenhausen (Rotenburg) ein Wiener Würstchen der Länge nach auf. Das Ganze müsse „möglichst großflächig“ geschehen, erklärt der Experte, denn nur so könne er den Inhalt der Wurst genau in Augenschein nehmen. Sind große Lufteinschlüsse zu erkennen? Wurde Knorpel verarbeitet? Müller prüft genau, zieht seinen Kollegen Gerhard Buss aus Münzenberg (Wetteraukreis) zu Rate, riecht, tastet, schmeckt – alles im Auftrag der Verbraucher.

Müller und Buss sind am Donnerstag zwei der Experten einer Fachjury, welche die insgesamt 70 Produktproben aus 21 Mitgliedsbetrieben der Fleischer-Innung des Werra-Meißner-Kreises bewertet. Die Betriebe unterziehen sich in den Räumlichkeiten des Teichhofs im Ringgauer Ortsteil Grandenborn der Freiwilligen Selbstkontrolle. „Die Prüfung erfolgt anonym, alle eingereichten Produkte sind lediglich mit einer Prüfnummer versehen“, sagt Organisatorin Carolin Day. Wird ein Produkt nicht beanstandet, wird der jeweilige Betrieb später mit dem begehrten Prädikat „Qualitätsprodukt aus Hessen“ ausgezeichnet.

Tester aus Renda

Bevor es so weit ist, müssen aber auch die Vebraucher ihr Urteil fällen. Stellvertretend sind das in diesem Jahr Mitglieder des Männergesangvereins Renda. „Wir prüfen Aussehen, Zusammensetzung, Konsistenz, Geruch und Geschmack“, sagt Erhard Führer aus Renda. „Haben wir Verbesserungsvorschläge, geben wir diese auch auf dem Bewertungszettel mit an.“

Gerne seien die Männer der Einladung von Edgar Linhose, Besitzer des Teichhofs, gefolgt. „Jeder teilnehmende Fleischer-Betrieb gibt sein Bestes – und mit dem Testurteil können wir einen Beitrag dazu leisten, dass die Vielfalt der Produktpalette in unserer Region auch künftig erhalten bleibt“, sagt Führer.

Gemeinsam mit den anderen Chormitgliedern nimmt er nun geräuchertes Lendchen, Weckewerk oder die typische Ahle Wurscht unter die Lupe. „Die ganzen Senfkörner in der Sülze sehen beinahe aus wie Chornoten“, sagt der begeisterte Sänger – ein Pluspunkt auf dem Bewertungszettel.

„Wir Kollegen müssen zusammenhalten“, sagt Edgar Linhose. Deswegen habe er auch nicht gezögert, die Freiwillige Selbstkontrolle zum zweiten Mal im Teichhof auszurichten. Zusätzlich zu der Veranstaltung werden alle Produktproben ins Institut für Umweltanalytik in Bad Nauheim geschickt. Dort wird ein Laborbericht ertstellt, der unter anderem die einwandfreie Hygiene dokumentiert.

• Die Betriebe, die am besten abgeschnitten haben, werden am Sonntag, 27. September, beim Wurschtfest in Eschwege ausgezeichnet. Die Siegerprodukte werden öffentlich verkostet.

Von Emily Spanel

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