In Datterode haben heute Gerhard und Gerda Fischer eiserne Hochzeit, ein sehr seltener Anlass zum Feiern

65 Jahre Ehe, das ist schon was

An ihrem Lieblingsort: Der Garten ist ihr ein und alles. Hier bauen Gerhard und Gerda Fischer Kartoffeln an, wovon die ganze Großfamilie sich bedient. Foto: Mayer

Datterode. Heute vor 65 Jahren haben sich Gerhard und Gerda Fischer im Standesamt Datterode das Ja-Wort gegeben. Die eiserne Hochzeit wird morgen im Familienkreis gefeiert. Dazu zählen drei Töchter, die in München, Eschwege und Espenau wohnen, zusammen fünf Enkelkinder beigesteuert haben und drei Urenkel hat das Jubelpaar auch schon.

Kein Wunder, denn Gerhard Fischer ist gestern 86 Jahre alt geworden, seine Frau Gerda, geb. Beck, ist 82. Er war eins von drei Geschwistern, sie von vieren, beide sind gebürtig in Datterode und haben ihren Heimatort bis auf Urlaubsreisen mit der Gewerkschaft Bau, Steine Erden ins Allgäu nie verlassen.

Gerhard ist gelernter Maurer, hat in einer örtlichen Firma und einige Jahre in der damals noch existierenden Molkerei in Netra gearbeitet. „Da hatten wir immer frische Milch für die Familie, die gab es nämlich als Deputat für die Mitarbeiter“, erinnert er sich. Bei Wind und Wetter, auch samstags und sonntags sei er mit dem Fahrrad dorthin gefahren.

Gerda ist von der Schule direkt ins landwirtschaftliche Pflichtjahr gekommen. „Zwölf Reichsmark habe ich im Monat bekommen“, erzählt sie. Später hatte sie gar keine Gelegenheit, ihren gelernten Beruf als Näherin auszuüben.

1960 hat das Hochwasser ihr Fachwerkhaus am Zufluss des Harmuthsbaches in den Netrabach zerstört. 45 Zentimeter hoch stand das Wasser im Parterre, die Katze hatte sich auf den Herd geflüchtet, zwei Ziegen waren in der zweiten Etage untergebracht, weil auch der Stall unter Wasser stand. Schweine, Hühner und Kaninchen haben Fischers gehabt, geackert haben sie ihr Land mit von Bauern ausgeliehenen Kühen.

1962 haben sie mit eigenen Händen und der Hilfe einiger Freunde und Kollegen ein neues Haus gebaut. Wenn Gerhard abends von der Arbeit kam, hatte Gerda schon zwei Fässer Speiß vorbereitet und die Steine bereit gelegt, nach ihrer eigenen Arbeit. Seit der Betonierung des Bachbettes 1992 haben sie Ruhe vor dem Wasser. Apropos: Gerhard war 1954 dabei, als das Datteröder Schwimmbad in Eigenleistung gebaut wurde.

Am liebsten sind sie in ihrem Garten, wo sie noch selbst Kartoffeln anbauen wie früher und viel Rasen mähen. (hm)

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