Senioren helfen Straftätern

Jugendliche sollen Sozialstunden in Männerwerkstatt ableisten dürfen

Werra-Meißner. Den Ort verschönern und das Zusammenleben verbessern: Das sind die erklärten Ziele des Weißenbörner Vorzeigeprojektes Männerwerkstatt.

Seit nunmehr drei Jahren erledigen 15 rüstige Senioren ehrenamtlich Arbeiten, für welche die Gemeinde sonst nur wenig Geld übrig hat. Auf das einmalige Projekt aufmerksam geworden ist nun auch die Jugendgerichtshilfe des Werra-Meißner-Kreises: Straffällig gewordene Jugendliche sollen mithilfe der rüstigen Senioren zurück in die Gesellschaft finden.

Die Männerwerkstatt

Die Männerwerkstatt ist 2012 aus der Aktion „Älter werden in Weißenborn und Rambach“ entstanden und eines der Herzensprojekte von Bürgermeister Thomas Mäurer. Die Senioren halten gemeinsam Wanderwege, Schutzhütten, Sportplatz- und Freizeiteinrichtungen der Gemeinde instand, fertigen Wegeschilder an oder mähen Rasen.

Die Jugendgerichtshilfe

Eine entsprechende Anfrage der Jugendgerichtshilfe des Werra-Meißner-Kreises bestätigen sowohl Bürgermeister Thomas Mäurer als auch Gerd Morgenthal, Vorsitzender der Männerwerkstatt. „Wir stehen der Idee sehr aufgeschlossen gegenüber“, sagt Morgenthal. Er könne sich vorstellen, dass die Jugendlichen die Senioren künftig gerade bei körperlich fordernden Arbeiten entlasten könnten. Vorurteile oder Bedenken gebe es nicht – solange sich die Zahl der zu Betreuenden in Grenzen halte. „Für eine große Anzahl an Jugendlichen ist die Männerwerkstatt sicher nicht die richtige Anlaufstelle“, sagt Bürgermeister Thomas Mäurer.

Die Sozialstunden

Sozialstunden sind ein Instrument im Jugendstrafrecht, das dazu dient, Jugendliche wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Abgeleistet werden die Stunden in einer gemeinnützigen Einrichtung – hierbei wird ein hoher Einsatz der Heranwachsenden erwartet. Werden die Sozialstunden verweigert oder nicht abgeleistet, kann ein Arrest verhängt werden.

Von Emily Spanel

 

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