Ringgau: Die Alte Herren kicken mit Flüchtlingen

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Sprache Fußball: Beim gemeinsamen Training bedarf es keiner großen Worte.

Röhrda. Das Fußball verbindet, zeigen die Alten Herren des TSV Netra: Sie trainieren seit Januar gemeinsam mit Flüchtlingen aus dem Ringgau. Das Ziel: viel Spaß haben und sich dabei auspowern.

Fünfzehn Männer und vier Kinder verschiedener Nationen treffen sich jeden Donnerstagabend in der Turnhalle in Röhrda, um zusammen Fußball zu spielen und sich kennenzulernen. Demnächst geht es für die Sportler raus auf den Platz. Für den Transport wurde ein Fahrdienst von den Alten Herren eingerichtet, damit auch jeder problemlos am Freizeit-Kicken teilnehmen kann. Im Anschluss an die Spiele wird häufig noch gemütlich zusammengesessen, etwas getrunken und sich unterhalten.

Haben Spaß am gemeinsamen Fußballspielen: Die Alten Herren des TSV Netra und die Flüchtlinge aus dem Ringgau.

Bereits seit Januar findet das Training auf diese Art statt. Als die ersten Flüchtlinge nach Netra kamen, war den Sportlern der Alt-Herren-Mannschaft schnell klar: da wollen sie helfen und integrieren.

„Hier kann jeder Dampf ablassen und einen Ausgleich zum Alltag finden. Wir verstehen uns alle sehr gut, die Sprache Fußball spricht einfach jeder“, sagt Christian Stüber. Da ist es auch nicht wichtig, dass mancher noch nicht so gut Deutsch oder Englisch sprechen kann, die Kommunikation klappt trotzdem. Die Fußballer vertrauen sich gegenseitig, der ein oder andere erzählt auch mal von seinem Leben im Heimatland oder der Flucht. Man erfahre viel übereinander, berichtet Stüber. Das Miteinander sei sehr herzlich, auch außerhalb des Sports.

Das sieht auch Amad so, der seit sieben Monaten in Deutschland lebt.

Er freut sich über die Offenheit der Ringgauer: „Ich fühle mich sehr willkommen, alle sind immer nett und gut gelaunt“, sagt er. Das gemeinsame Training genießen die Männer und Kinder sichtlich und zeigen damit: Mit Sport kann man Menschen zusammenbringen.

Von Selina Kaiser

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