Ringgau plant, U3-Kinder in der Grundschule unterzubringen

Die Jugend der Gemeinde im Fokus: (von links) Ringgaus Bürgermeister Klaus Fissmann, Reinhard Sennhenn (Vorsitzender der Gemeindevertretung) sowie Kindergartenleiterin Carina van der Willik wollen die Betreuung neu strukturieren. Foto: Spanel

Netra. Die Gemeinde Ringgau plant, im laufenden Jahr neue Wege in der Betreuung der unter Dreijährigen einzuschlagen. „Die Kindergärten an den Standorten Netra und Datterode sind an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt“, sagte Ringgaus Bürgermeister Klaus Fissmann gestern im Zuge einer Spendenübergabe.

Traditionell hatten die Gemeindevertreter das Sitzungsgeld ihrer Weihnachtstagung gespendet, um es einer gemeinnützigen Organisation zufließen zu lassen. „Ohne Kinder gibt es auch kein funktionierendes Gemeindeleben“, erklärte Fissmann im Beisein von Reinhard Sennhenn, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung.

Das Ziel müsse es nun sein, die Kindergärten leistungsfähig zu halten und die hohe Qualität der Betreuung zu sichern. Dazu werde in erster Linie mehr Platz gebraucht: „Zurzeit betreuen wir 65 Kinder, die älter als drei Jahre sind, sowie 13 unter Dreijährige“, sagte Carina van der Willik, Leiterin des Kindergartens „Kleine Hände“ in Netra.

Auch Inklusions-Kinder seien dabei, für die eigene Therapieräume gebraucht würden. „Die Tendenz ist steigend: Derzeit gibt es mehr Anmeldungen, als Kinder aufgenommen werden können.“ Eine passende Lösung scheint bereits gefunden: Laut Fissmann sei geplant, die älteren Kinder in der Grundschule Röhrda unterzubringen. Der Bau aus den 1970er-Jahren sei ursprünglich für 230 Kinder ausgelegt gewesen, werde derzeit aber nur von 87 besucht.

„Erste Gespräche mit Schulleitung, Schulamt und Vertretern des Werra-Meißner-Kreises laufen bereits“, sagte Fissmann. „Wichtig ist, dass die Kooperation zwischen Grundschule und Kindergarten funktioniert und niemand übervorteilt wird.“ Van der Willik steht einer Zusammenlegung offen gegenüber: „Wichtig ist, dass die beiden pädagogischen Konzepte gut miteinander verzahnt werden.“ Außerdem könnten die Kindergartenkinder so gleich ihre künftige Schule kennenlernen.

Das Modell sei sehr familienfreundlich, so van der Willik weiter. Es passe hervorragend zu der neuen Ausrichtung des Kindergartens seit dem Wegfall des Kindergartenbusses zum 1. August vergangenen Jahres. Seitdem wurden etwa die Öffnungszeiten angepasst: Schon ab sechs Uhr früh können Eltern die Betreuung buchen.

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